Full text : München als Industriestadt

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im  Jahre  1905  das  Jubiläum  der  Herstellung  der  5000.  Lokomotive ­
  feiern;  von  diesen  Maschinen  wurde  nur  ein  Fünftel
an“den  bayerischen  Staat  geliefert;  die  übrigen  laufen  im  übrigen
Deutschland  und  in  anderen  europäischen  Staaten;  bis  1910
gingen  606  Lokomotiven  über  See  und  die  Gesamtzahl  der
bis  1910  gelieferten  Lokomotiven  betrug  6372  Stück  mit  einem
Rechnungswerte  von  M.  202  740  930,25.
Die  Rohprodukte  werden  zum  Teil  von  München  und
seiner  Umgebung  bezogen.  Der  gesamte  Eisenguß  wird  von
der  Münchener  Eisengießerei  Sugg&Comp.  geliefert,  welches
Unternehmen  fast  ausschließlich  für  die  Firma  Krauß  &  Comp,
arbeitet  und  mit  ihr  finanziell  sehr  stark  fusioniert  ist.  Für
die  Lieferung  des  Modellholzes  kommt  Münchens  waldreiche
Umgebung  und  für  den  Bezug  von  Stahl-  und  Temperguß  die
bayerische  Stahlgießerei  Aalach  in  Betracht.  Die  Kohlen  werden ­
  zum  geringsten  Teil  aus  Oberbayern,  mehr  aus  den  Rheinlanden ­
  (Ruhrbriketts)  bezogen.  Eisenbleche,  Kupferbleche,
Stahlblöcke,  die  in  der  eigenen  Schmiede  weiter  verarbeitet
werden,  entstammen  verschiedenen  Betrieben  im  Rheinland,
Lokomotivachsen  und  Radreifen  erhält  die  Firma  fertig  aus  den
Kruppschen  Stahlwerken  in  Essen.  Bei  der  Auswahl  der  Rohstoff ­
  und  Halbfabrikat  liefernden  Fabriken  wurde  sehr  viel  auf
die  jeweilige  Entfernung  derselben  von  München  gesehen,  was
den  Beweis  liefert,  daß  die  Frachtkosten  eine  bedeutende  Rolle
auch  bei  dem  Krauß’schen  Unternehmen  spielen.
Im  Gegensatz  zu  dem  Jahre  1900,  in  welchem  2264  Arbeiter ­
  die  höchste  Jahresleistung  mit  271  Lokomotiven  vollbrachten, ­
  beschäftigte  der  Betrieb  im  Oktober  1912  —  bei
unserer  Umfrage  —  in  München  ca.  840  Arbeiter,  denen  129
Beamte  gegenüberstanden.  Arbeiterinnen  in  der  Fabrik  oder
weibliche  Arbeitskräfte  auf  den  Büros  kennt  die  Firma  nicht,
was  auf  einen  Wunsch  ihres  Gründers  zurückzuführen  ist.  Die
Entlohnung  der  Arbeiter  erfolgt  teilweise  nur  durch  Stundenlohn, ­
  das  vielgebrauchte  Akkordsystem  herrscht  vor.  Die
Durchschnittslöhne  der  Arbeiter  schwanken  zwischen  4.10  Mark
und  etwas  über  6.00  Mark  pro  Tag.  Dieses  Höchstverdienst
kommt  ausschließlich  dem  ausgebildeten,  gelernten  Arbeiter,
den  Monteuren,  Schlossern  und  Schmieden  zu.  Alle  Arbeiter
            
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