Full text : München als Industriestadt

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beträgt  22—30  Mark,  gegenüber  9—10  Mark  für  jüngere,
12—24  für  ältere  und  geschickteste  Arbeiterinnen.
Der  Verkauf  von  .Waren,  welcher  en  gros  geschieht,  wird
von  Reisenden  mit  festem  Gehalt  bewirkt.  Neben  München
entfallen  etwas  über  die  Hälfte  der  Jahresproduktion  auf
Deutschland  (mit  Bayern)  und  ungefähr  40  o/oj  auf  den  Export
nach  Holland,  Belgien,  Schweiz,  Italien,  Dänemark  und  Schweden-Norwegen. ­
  Um  den  Absatz  auf  gleicher  Höhe  zu  halten
oder  ihn  womöglich  noch  zu  steigern,  muß  die  Firma  fortwährend ­
  eine  schnellste  Anpassung  der  Fabrikation  an  die
jeweils  herrschende  Mode  erstreben.  Diese  Abhängigkeit
von  der  Mode  und  die  damit  verbundene  Notwendigkeit  besserer ­
  Kundenbedienung,  wie  sie  von  dem  entlegenen  München
geschehen  konnte,  haben  zur  Etablierung  eines  Zweiggeschäftes
in  Berlin  und  einer  Filiale  in  Elberfeld  geführt,  wo  stets  größere
Mengen  Waren  auf  Lager  gehalten  werden.  Nun  ließ  man  der
Frachtersparnis  und  der  geringeren  Arbeitskosten  wegen  die  zu
den  Hosenträgern  gebrauchten  Gummibänder  in  Barmen  und
die  Metallzubehörteile  in  dem  nahen  Lünescheid  hersteilen  und
richtete  die  Fertigfabrikation  je  nach  Bedarf  in  Elberfeld  und
München  ein,  wodurch  eine  enorme  Frachtersparnis  erzielt  wird.
Sehr  wichtig  ist  heute  die  sogenannte  „Transitfabrikation“
der  Firma.  Ausländische  Rohstoffe  werden  aus  allen  möglichen ­
  Teilen  Europas,  zum  Teil  sogar  aus  Japan  und  China
zum  Veredeln  und  Konfektionieren  bezogen.  Nachdem  die  eingelagerte ­
  Rohware  dem  Veredelungsprozeß  unterzogen  ist,
kommt  sie  als  reinkonfektionierte  Ware  zur  Abmeldung  in  die
Zollabfertigung  des  Betriebes,  wird  hier  gewogen  und  geht  bei
gleichem  Gewicht  wie  die  eingeführten  Rohwaren  zollfrei  zurück
ins  Ausland.  Das  gegenseitige  Vertrauen  zwischen  der  Firma
und  der  Zollbehörde  erleichtert  diesen  Transitverkehr  sehr.
Der  Betrieb  mußte,  um  die  wachsende  Nachfrage  zu  befriedigen, ­
  die  modernsten  Arbeitsmaschinen  einführen.  Vier
Elektromotoren,  denen  das  städtische  Elektrizitätswerk  Kraftzufuhr ­
  leistet,  bewirken  den  Antrieb  einer  Reihe  Spezialmaschinen, ­
  wie  Hohlsaum-,  Kurbelstick-  und  Plissiermaschinen,  Stanzen, ­
  Zuschneide-  und  Cartonnagemaschinen.  Ein  Atelier  für
Spritzmalerei  zur  Herstellung  bemalter  Seidenecharpes  und  ein
            
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