Full text : Die Frau als kaufmännische Angestellte im Handelsgewerbe

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Schulen  ah,  in  denen,  wie  in  den  Handels-  und  Fortbildungsschulen,
hauptsächlich  eben  schulentlassene  Mädchen  unterrichtet  werden.
Der  größere  Teil  des  Kontorpersonals  besitzt  nur  Volksschulbildung, ­
  aber  trotzdem  nicht  ohneweiteres  eine  geringe  Allgemeinbildung. ­
  Bei  dem  heutigen  Stande  unseres  Volksschulunterrichtes  wird
Vorzügliches  geleistet;  vielfach  ist  sogar  den  Schülerinnen  Gelegenheit
gegeben,  sich  in  fremden  Sprachen  auszubilden.  Eine  eifrige  Schülerin
der  Volksschule  kann  ebendieselben  und  noch  größere  Kenntnisse
erwerben  als  die  Besucherin  einer  höheren  Lehranstalt,  die  auch  mit
14  Jahren  den  kaufmännischen  Beruf  ergreift.  Außerdem  ist  für  weite
Teile  Deutschlands  jetzt  schon  der  Fortbildungsschulzwang  eingeführt,
der  sehr  wohl  geeignet  ist,  Lücken  der  Volksschulbildung  auszufüllen.
Noch  mehr  als  bei  den  Kontoristinnen  überwiegt  die  Volksschulbildung ­
  bei  den  Verkäuferinnen.
Es  hatten  besucht

nach  den  Angaben  von

Jul.  Meyer

b.  y.

Y.  K.  y.

1892

1906

1909

%

%

%

eine  Volksschule

51

78,1

65,5

eine  Mittelschule

37

11,6

23,2

eine  Höhere  Mädchenschule  ....

12

10,2

11,2

Hiernach  tritt  das  Übergewicht  der  Verkäuferinnen  mit  Volksschulbildung ­
  immer  schärfer  hervor.  Dies  beruht  wohl  hauptsächlich
auf  dem  Streben  der  unteren  Volksschichten  nach  den  scheinbar  angenehmeren ­
  und  angeseheneren  Verhältnissen  als  Verkäuferin.  Die
überwiegende  Mehrheit  aller  Verkäuferinnen  hat  jetzt  nur  noch  Volksschulbildung; ­
  es  läßt  sich  daraus  der  Schluß  ziehen,  daß  diese  Angestellten ­
  aus  den  sozial  tieferstehenden  Schichten  hervorgehen.
Dieser  unverkennbare  Rückgang  in  der  Schulbildung  der  kaufmännischen ­
  Angestellten  ist  noch  schwerwiegender  und  bedauerlicher,
wenn  man  berücksichtigt,  daß  von  den  Knaben  jetzt  immermehr  das
Einjährigenzeugnis  zum  Eintritt  in  den  kaufmännischen  Beruf  gefordert
wird,  und  somit  die  Ansprüche  an  die  Schulbildung  bei  den  Knaben
sich  wesentlich  erhöht  haben.
B.  Fachbildung.
Eine  ungenügende  Vorbildung  kann  ausgeglichen  werden  durch
eine  gute  Fachbildung.  Es  fragt  sich  nun,  ob  die  Frauen  durch  einen
gründlichen  fachlichen  Unterricht  die  Mängel  ihrer  Schulbildung  zu
beseitigen  suchen.
            
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