Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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Einwand  aber  erweist  sich  als  nicht  stichhaltig,  wie  wir  auf
Grund  der  folgenden  Angaben  erkennen  werden:
ln  der  auf  S.  72  und  S.  84  beschriebenen  Ölfabrik  betrug
bei  einer  täglichen  Leistungsfähigkeit  von  23  t  Rohmaterial  das
Anlagekapital  der  maschinellen  Einrichtung  120000  Frs.  Unter
Annahme  einer  5prozentigen  Verzinsung  und  7i/ 2  prozentigen
Amortisation  dieses  Kapitals 85 )  kamen  somit  in  dieser  Fabrik
bei  ganzjährigem  Betriebe  (tatsächlich  wurden  nur  250  Tage  gearbeitet) ­
  auf  jede  verarbeitete  Tonne  Saat  an  Abschreibungen
0,87  M. 36 )  (in  Wirklichkeit,  da  nur  250  Tage  gearbeitet  wurde,
1,26  M.)  und  an  Zinsen  0,58  M.  (in  Wirklichkeit  0,84  M.).
In  einer  mit  allen  Verbesserungen  der  Technik  ausgestatteten ­
  großen  deutschen  Ölfabrik 37 )  mit  ganzjährigem  Betriebe
und  einer  täglichen  Verarbeitung  von  150—160  t  Rohmaterial
kamen  bei  gleichen  Abschreibungen  und  gleicher  Verzinsung
trotz  des  bedeutend  höheren  für  die  maschinelle  Einrichtung
aufgewendeten  Anlagekapitals  im  Jahre  1900  an  Abschreibungen
auf  jede  Tonne  verarbeiteten  Rohmaterials  0,82  M.  und  an
Zinsen  0,55  M.
Es  beträgt  demnach  die  für  Verzinsung  und  Amortisation
des  Anlagekapitals  auf  jede  Tonne  verarbeiteten  Rohmaterials
entfallende  Summe  in  der  älteren  Fabrik  1,45  M.,  in  der  modernen ­
  dagegen  1,37  M.,  es  hat  also  trotz  der  viel  höheren
Kosten  der  neuen  Maschinen  nicht  nur  keine  Erhöhung  der
pro  Tonne  für  Verzinsung  und  Amortisation  aufzuwendenden
Summe  stattgefunden,  sondern  infolge  der  größeren  Produktivität ­
  dieser  neuen  Maschinen  sogar  noch  eine  Verbilligung
um  8  Pf.  pro  Tonne.
Die  Folgen  der  Verbilligung  der  Produktionskosten  finden
sich  auf  fünf  verschiedenen  Gebieten.  Es  hat  diese  Verbilligung
nämlich  herbeigeführt:
1.  eine  bedeutende  Verbesserung  der  sozialen  Lage  der  in
der  Ölmüllerei  beschäftigten  Arbeiter;
2.  den  Sieg  des  Großbetriebs  über  den  Kleinbetrieb;
3.  mit  anderen  Faktoren  zusammen  eine  gewisse  Spezialisation
  in  der  Ölmüllerei;
*  *  7
a6 )  Die  Höhe  der  Verzinsung^-  und  Amortisationsquote  ist  der  Praxis
entnommen.
3 «)  1  Fr.  ==0,80  Mk.  angenommen.
S7 )  Durch  persönliche  Erkundigung  festgestellt.
            
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