2. Die Änderungen in der Technik der Ölerzeugung.
65
nung von einander man ursprünglich durch Stellschrauben, etwas
später durch elastischen Druck regulierte. Die Walzen hatten
die Form glatter abgedrehter Zylinder und waren meistens aus
Gußeisen hergestellt.
Versuchen wir die verschiedenen Zerkleinerungsmaschinen
in bezug auf ihre Leistungsfähigkeit und Kraftverbrauch einem
Vergleiche zu unterziehen. Bei den Stampfwerken bildete eigentlich
jedes Grubenloch mit seinen beiden Stampfern eine
Maschine für sich, deren Leistungsfähigkeit etwa ein Viertel
Scheffel Raps pro Stunde betrug. Bei den Ölgängen hängt die
Leistungsfähigkeit von der Größe, d. h. dem Gewichte der
aufrechtgehenden Steine, sowie der Zahl der Umdrehungen um
die stehende Welle ab. Schreiber 9 ) berechnet aus diesen Angaben
die Leistung der Ölgänge wie in der folgenden kleinen
Zusammenstellung angegeben, aus welcher hervorgeht, daß die
Leistung eines Ölganges je nach seinen Abmessungen und der
Zahl der Umdrehungen in der Minute der von 4—12 Stampferpaaren
gleichkam.
Durchmesser der
Umdrehungen der
In 12 Stunden verLäufer
bei 18 Zoll Dicke
stehenden Welle in der
Minute
arbeitete Menge Rapssamen
in Scheffel
5
8—10
12
5%
8—10
14,4
6
7— 8
17,2
67,
7— 8
20
7
6— 7
23,4—24
77,
6— 7
27—28
8
5— 6
32—36
Da die Ölsamen auf den Walzwerken nicht fertig gemahlen
wurden, sondern die Zerkleinerung nachher in den Stampfwerken
oder auf den Ölgängen beendigt wurde, so kann man die Leistung
der Walzen auch nur im Zusammenhang mit cjiesen Maschinen
bestimmen. Gewöhnlich wurden in einem guten Walzwerk
die Samen so weit verarbeitet, daß die Leistungen der Ölgänge
bzw. Stampfwerke um 50% erhöht wurden 10 ). Unter
Zugrundelegung dieser Angabe schwankte die Leistungsfähigkeit
der Walzwerke je nach der Länge der Walzen, der Zahl
•) Schreiber, „Praktisches Hilfsbuch“ S. 3Q/40.
10 ) Schreiber, „Praktisches Hilfsbuch“ S. 42.
Klaue, Ölmüllerei.
5