66 II. Dig Entstehung und Ausbildung des Fabrikbetriebes bis 1870.
“) Scholl, 1. c. S. 31.
der Umdrehungen in der Minute und dem Druck der Walzen
gegeneinander zwischen 11/4 und 10 Scheffel Raps in der Stunde u ).
Sollten mehr als 10 Scheffel in der Stunde verarbeitet werden,
so mußte man zwei Walzwerke aufstellen.
Als Resultat unserer Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit
der Zerkleinerungsmaschinen ergibt sich somit eine
bedeutende Zunahme der Leistungen der neuen Maschinen
gegenüber den alten, bzw. eine Erhöhung der Leistungen der
älteren Maschinen durch die Einführung der Walzwerke. Bei
der Einführung von technischen Verbesserungen in die Praxis
spielen jedoch neben der Leistungsfähigkeit die Produktionskosten
eine Rolle. Sollen sich Neuerungen einführen, so muß,
wenn nicht andere besondere Vorteile für die neue Maschine
sprechen, mit der erhöhten Leistungsfähigkeit eine Herabminderung
der Produktionskosten, auf die Einheit der hergestellten
Fabrikate gerechnet, Hand in Hand gehen. Die Produktionskosten
setzen sich zusammen aus Verzinsung und Amortisation
des Anlagekapitals, Kosten für Reparatur, Bedienung und Betriebskraft.
Wie stand es nun in bezug auf diese Unkosten mit
den neuen Maschinen?
Ober die Anschaffungskosten der einzelnen Maschinen stehen
mir leider gar keine Zahlen zur Verfügung, doch ist anzunehmen,
daß die Walzwerke am wenigsten kosteten, dann die Stampfwerke
und endlich die Ölgänge. In bezug auf die Reparaturen
kamen die Stampfwerke trotz der an ihnen gemachten Verbesserungen
immer noch sehr teuer, wohingegen Walzwerke und Ölgänge
nur wenig Reparaturen erforderten. Dementsprechend
dürfte auch die Lebensdauer der Ölgänge eine bedeutend längere
als die der Stampfwerke gewesen sein, so daß der doch nur verhältnismäßig
wenig höhere jährliche Zinsaufwand, welcher bei
den Ölgängen infolge ihrer höheren Anschaffungskosten nötig
war, durch die bedeutend niedrigere Amortisationsquote wieder
ausgeglichen wurde, sich hier also nur geringe Unterschiede
finden können. Zur Bedienung brauchte man beim Stampfwerke
wie auch beim Ölgang je einen Arbeiter, das Walzwerk erforderte
keine besondere Bedienung, sondern konnte von dem am
Stampfwerk bzw. Ölgang beschäftigten Arbeiter mit versorgt
werden.