2. Die Änderungen in der Technik der Ölerzeugung. 69
Ölmühle von Nepp.
2 hydraulische Vorpressen, 1 doppelte hydraulische Nachpresse.
Kraftaufwand: Wasserrad von 10 P.S., Leistung in 12 Stunden
ca. 2200 kg Rapssaat. Ölausbeute durchschnittlich 37,8%.
Ölmühle bei Hamm.
Eine stehende hydraulische Vorpresse, eine stehende und vier
liegende hydraulische Nachpressen. Kraftaufwand: 13 P.S., Leistung
in 12 Stunden 3327 kg Rübsaat.
Ölmühle in Neuss.
1 stehende hydraulische Vorpresse, 4 liegende, hydraulische
Nachpressen, Kraftaufwand: Dampfmaschine von20P.S., Leistung
in 12 Stunden 4620—4650 kg Rapssaat.
Ölmühle von Egells in St. Petersburg.
16 stehende hydraulische Pressen. Kraftaufwand: Dampfmaschine
von 15 P.S., Leistung in 12 Stunden 25660—26300 kg
Leinsaat.
Windölmühle nach Hailette.
1 Ölgang, 1 verbesserte Doppelkeilpresse, Kraftaufwand: bei
der angegebenen Leistung ist ein beständiger Wind von 10—12 P.S.
erforderlich. Leistung in 12 Stunden bis zu 1100 kg Rapssat.
Als Resultat der Gegenüberstellung ergibt sich somit eine
ganz bedeutende Steigerung der Produktivität der Gesamtbetriebe,
nämlich bis zu 300%. Interessant ist ein Vergleich der
Leistungen der oben angeführten Windölmühle mit denen sowohl
der alten wie auch der neuen Ölmühlen. Ausgestattet mit
einem Ölgang und einer verbesserten Keilpresse übertrifft ihre
Leistung die der Ölmühle mit 10 Stampferpaaren und zwei Keilpressen
(diese gebraucht allerdings 1—-2 P.S. weniger Kraft)
um mehr als das Doppelte, wird aber selbst wieder von den
ihre Betriebskraft durch moderne Maschinen (vor allem hydraulische
Pressen) voll ausnützenden Ölfabriken um das Zwei- bis
Dreifache übertroffen.
Ein ganz vorzügliches Bild von der mit der Einführung der
neuen Technik verbundenen Steigerung der Produktivität der
Gesamtbetriebe gibt uns auch die Geschichte der mit der Hofkunstmühle
in Plauen bei Dresden verbundenen Ölmühle. Diese
war bis zum Jahre 1850 mit 16 Paar Stampfen und einer Schlägel