72 H. Die Entstehung und Ausbildung des Fabrikbetriebes bis 1870. '
2. Eine französische Ölfabrik mit einer Dampfmaschine von
40 P.S. und moderner Einrichtung mit Walzwerken, Ölgängen
und hydraulischen Pressen verarbeitete täglich
23 000 kg Rapssaat. Die Rentabilitätsrechnung stellte sich
ungefähr 1856 unter Annahme normaler Preisverhältnisse
folgendermaßen:
Ausgaben. Frs
Generalunkosten inkl. Heizmaterial, Reparaturen
usw. auf 250 Arbeitstage 120000 Frs.
d. h. täglich 480
23000 kg Rapssaat pro hl (65 kg) 36 Frs. 12780
Tägliche Gesamtausgaben ....... 13 260
Einnahmen.
Das ungereinigte Öl kostete damals pro
100kg 140 Frs. Bei durchschnittlich 36°/ 0
Ölausbeute ergab das eine tägliche Einnahme
für Öl von . 11592
Die Ölkuchen kosteten 200 Frs. pro 1000 kg
Bei durchschnittlich 61% Ertrag an Ölkuchen
ergab das eine tägliche Einnahme
für Ölkuchen von . 2806
Tägliche Gesamteinnahme 14398
Täglicher Überschuß (ohne Berechnung der
Abschreibungen usw.) 1138
Berechnet man sich auf Grund dieser beiden Kostenanschläge
den prozentualen Anteil der Rohmaterialkosten an den
Betriebsunkosten und setzt damit die Zahlen des im vorigen
Abschnitt mitgeteilten Pachtanschlages in Vergleich, so erhält
man
1729 89%
um 1820 91% und
um 1856 96%
sieht also, daß sich trotz der erhöhten Ölausbeute der Einfluß
der Rohmaterialpreise auf die Rentabilität des Unternehmens
nicht vermindert, sondern sogar noch etwas vermehrt hat. Auf
die Folgen, welche diese Tatsache für die Gestaltung der Betriebsform
und Größe gehabt hat, komme ich noch an anderer