Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Statistischer  Nachweis.  Allgemeiner  historischer  Rückblick.

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und  sodann  sanken.  Ähnliche,  wenn  auch  weniger  markierte  Bewegungen
traten  in  den  schwächeren  Krisen  der  Jahre  1884  und  1890  ein,  die  Thom
als  letzte  in  seine  Tabelle  aufgenommen  hat.  Die  im  Jahre  1893  stattgefundene ­
  Krise  nimmt  eine  Ausnahmestellung  ein  und  beschränkte  sich
größtenteils  auf  die  Vereinigten  Staaten;  diese  Krise  war  in  der  Hauptsache
eine  Folge  der  Zweifel  an  der  Stabilität  der  Goldwährung  und  bezog
sich  weniger  auf  den  Geldumlauf  und  die  Ausdehnung  der  Depositen*).
Während,  wie  in  den  Jahren  1873,  1884  und  1907,  das  Verhältnis  der
Depositen  zu  den  Reserven  in  dem  typischen  Spekulationszyklus  sich  allmählich ­
  zugunsten  der  ersteren  verschiebt,  bis  es  gerade  vor  der  Krisis
seinen  Höhepunkt  erreicht,  war  dies  im  Jahre  1893  nicht  der  Fall.
Das  Depositenquantum  der  Nationalbanken  war  allerdings  im  Jahre  1892
größer  als  das  der  Jahre  1890  oder  1891,  nicht  aber  im  Verhältnis
zu  den  Reserven,  wenngleich  möglicherweise  die  Zunahme  in  den  Reserven, ­
  die  der  leichten  Krise  von  1890—1891  folgte,  für  diese  Tatsache
verantwortlich  zu  machen  ist.  Ebenso  richtig  ist  es,  daß  das  Verhältnis
der  Depositen  zu  den  Reserven  der  Nationalbanken  im  Jahre  1893  ein
schlechtes  war,  doch  bot  nicht  die  Ausdehnung  der  Depositen  die  Veranlassung ­
  hierzu  —  denn  die  Depositen  nahmen  während  dieses  Jahres  ab  —,
sondern  es  war  dies  auf  den  Run  auf  die  Banken  und  die  konsequente
Erschöpfung  ihrer  Reserven  zurückzuführen  2 ).  Die  Krise  des  Jahres  1907
hingegen  war,  gleich  der  des  Jahres  1857,  eine  typische  Krise  der  Ausdehnung ­
  der  Umlaufsmittel.  Die  Begleitumstände  dieser  Krisen  werden  im
nächsten  Kapitel  eingehender  erörtert.
Dieselbe  Tendenz  des  Geld-  und  Notenumlaufs  und  des  Depositenbestandes,
  beim  Eintreten  oder  Herannahen  einer  Krise  das  Maximum  ihrer
Ausdehnung  zu  erreichen  und  unmittelbar  darauf  zurückzugehen,  ist  in
Frankreich  ziemlich  gut  illustriert  worden  3 ).

J )  Lauck,  Causes  of  the  Panic  of  1893,  Boston  (Houghton,  Mifflin),  1907,  S.  118.
O.  M.  W.  Sprague  bemerkt  in  „History  of  Crises  under  the  National  Banking  System“,
National  Monetary  Commission  Report,  Senatsdokument  538  (61.  Kongreß,  2.  Session),
daß  bei  den  Runs  auf  die  Banken  keine  spezielle  Nachfrage  nach  Gold  zutage  trat
und  neigt  der  Ansicht  zu,  daß  der  Einfluß  der  Ausdehnung  in  den  Umlaufsmitteln  übertrieben ­
  worden  ist.
2 )  Betreffs  eines  statistischen  Vergleiches  dieser  Verhältnisse  mit  typischen  Krisen
siehe  den  Artikel  von  Harry  G.  Brown,  „Typical  Commercial  Crises  versus  a  Money  Panic“
T  ale  Review,  August  1910.
3 )  Juglar,  a.  a.  0.  Tabellen  nach  S.  339  und  Karte  am  Schluß.  Juglar  nennt  die
            
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