Full text: Zur Wertzollfrage

40 
Problem darin, den Weg zu finden, auf dem sich ohne 
Ausdehnung der steuerlichen Kontrollen auf die Her 
stellung der Erzeugnisse, aber dennoch unter wirksamer 
Sicherung gegen unrichtige Wertanmeldungen der Preis 
des Rohstoffes ermitteln läßt,- doch hatten sich die be 
teiligten Politiker, Zolltechniker und Gelehrten — durch 
40 Jahre fast — in den Gedanken verfangen, daß für 
einen Rohstoff wie Tabak, dessen Preis in hervorragender 
Weise durch äußerst subjektive Bewertungsmomente auf 
Seiten des Käufers bestimmt wird, trotzdem beim Über 
tritt über die Zollgrenze ein objektiver, abstrakter, kon 
ventioneller Wert, ein allgemeiner Marktwert, durch Zoll 
beamte gefunden und zur Grundlage der Wertverzollung 
gemacht werden könnte. In dieser Richtung bewegten 
sich alle Vorschläge und Entwürfe, um dann der gerechten 
Verurteilung durch erfahrene Kaufleute zu begegnen, 
denen es jedesmal — wie z. B. der Bremer Handels 
kammer im Jahre 1903 — mit Leichtigkeit gelingen 
mußte, die praktische Undurchführbarkeit des nach der 
sozialen Seite auch ihrerseits als einwandsfrei anerkannten 
Vorhabens nachzuweisen?) 
*) Von dem Preiszoll (also der Fakturenwertsteuer für Roh 
tabak, wie sie dem Wesen nach jetzt besteht,) galt wiederum allgemein, 
daß er nur unter Anwendung scharfer, von der Industrie stets be 
kämpfter Fabrikkontrollen durchführbar wäre. Die in jüngerer Zeit 
zuweilen gehörte Behauptung, daß schließlich gerade die Steuerform 
angenommen worden sei, welche die Regierung in der Begründung zur 
1908 er Steuervorlage (Banderolensteuer) als undurchführbar verworfen 
habe, ist in dieser Uneingeschränktheit durchaus nicht zutreffend. Die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.