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Vorwort zur vierten Auflage.
Theuerun^spreise nun nur noch die Stelle von Mittelpreisen ein
nehmen. (Vgl. Anmerkg. S. 95, 96.
Das Sinken des Geldwerthes tritt nicht in der Weise hervor,
wie man sich früher dachte. Es äussert sich vielmehr in folgender
Art: Durch die Goldfunde werden zunächst in engen Kreisen
manche Menschen, welche bis dahin auf die kärglichste Lebens
weise beschränkt waren, wenn auch oft nur momentan, in den Fall
gesetzt, sich Lehensannehmlichkeiten (in Kost, Kleidung, Woh
nung, Luxusgegenständen) zu verschaffen, die sie sich früher ver
sagen mussten. 1 )amit steigt die Nachfrage nach solchen Ge
genständen; es steigert sich ihr Freis. Die Froducenten , Fabri
kanten u. s. f. erlangen grosseren und einträglicheren Absatz ihrer
Erzeugnisse, und sehen sich dadurch befähigt, auch ihre ])ersönli-
chen Hedürfnisse zu vergrössern. Nicht selten artet dies in den
schrankenlosesten Luxus und die tollste Leppigkeit aus. Die aus
gedehntere Nachfrage nach Waaren bedingt eine A ermehrung der
Arbeiterzahl. Während diese Arbeiter früher oftmals vergeblich
nach Feschäftigung suchten, fehlt es nun an Händen. Die Bewe
gung dehnt sich über immer grössere Kreise aus. Der günstige
Erfolg vieler Unternehmungen muntert auf, deren neue zu versu
chen. Es entsteht ein vielfach höchst nützlicher Beiz, der aber in
zahllosen Fällen hinwieder auch zu einem U e h e r r e i z e wird. 1 )a-
her allgemeiner Aufschwung der Industrie und des Handels , Ent
stehen neuer Unternehmungen von früher nicht geahneter,, zum
Theil wahrhaft colossaler Ausdehnung; —daher aber auch Beginn
zahlloser Schwindeleien, ohne Früfung und Vorsicht, und , daran
sich anknüpfend, Krisen und Bückschläge der schwersten Art. —
Die Schwankungen, die Fluctuationen, werden grösser und hefti
ger als je zuvor. Sie finden ihren Ausdmck u. a. an den Börsen
plätzen in dem enormen Steigen und Wiederzurücksinken desDis-
conto. Mau vergleiche dessen rasche und starke Aenderungcn in der
Neuzeit mit der früheren relativen Stabilität.
Die neue (Gestaltung wirkt sofort hinüber auch auf ganz an
dere (Gebiete. Die schon früher begonnene Umwandlung der Hand
werk sthätigkcit in den Fahrikhetrieh vollzieht sich desto rascher.
Aber auch die gewöhnlichen Heziehungen im Leben erhalten an
dere Formen; fast alle Transactionen treten aus den früheren ein
fachen bürgerlichen Verhältnissen heraus und nehmen den m e r-
kantilen Charakter an. Die II andelsgesetzgehung erlangt, dem ge
wöhnlichen (üvilcodex gegenüber, eine unendlich erhöhteBedeutung.
Es würde hier zu weit führen, den (Gegenstand ausführlich zu
erörtern; vorstehende Andeutungen mögen an dieser Stelle genügen.
In Folge der angedeuteten Verhältnisse konnte es nicht
fehlen, dass der Handelsverkehr so ziemlich in allen Ländern eine
vordem nicht geahnte Ausdehnung erlangte. Oh wir nach absolu
tistisch oder republikanisch oder constitutionell regierten Staaten
schauen; oh wir nach Frankreieh, der Schweiz, oder England
blicken, — überall gewahren wir eine gewaltige Zunahme des in
ternationalen Verkehrs. Bei dieser Gestaltung ist es schwerlich ge-