Full text: Wirtschaft als Leben

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„Die Herrschaft des Wortes“, 
ersetzen. Es kann sich da nur um Begriffe handeln, die uns den Zu 
sammenhang überblicken lassen, soweit er dem Wegeneinander und 
Miteinander der Handlungen entspricht. Diese Begriffe, die zusammen 
die Lösung unseres Problemes bilden, sind also nach ihrem Inhalte 
lauter Spielarten des Zusammenhangs im Handeln. Auch 
das besondere Wesen dieser Begriffe läßt sich im voraus absehen. 
Es hängt im weiteren Sinne an einer Eigenheit aller Begriffe, die in die 
Welt des Handelns einspielen. Im engeren Sinne hängt dieses Wesen 
an dem Berufe, der im Geiste unseres Problemes diesen Begriffen zufällt. 
In alle Natur, die uns fremd bleibt, indem sie als etwas Vor 
gegebenes aus dem Erleben sich aussondert, greift unser Denken 
erst hinterher mit seinen Begriffen ein, durchordnend. In der Welt 
des Handelns ist es gleichsam ein und dasselbe Werden, das Begriff 
und Begriffenes gebärt. Dem Denken aber steht da allemal 
der Vortritt zu. Das gilt schon im Ursprünge; das inzwischen er 
lebte Geschehen wird eben von unserem Denken stetig überholt, mit 
neuen Begriffen, die sich dann erst im Geschehen ausleben. Ein not 
wendiger Sachverhalt, der sich im einzelnen Falle verschleiern mag, 
namentlich durch das trügerische Verhältnis zwischen Begriff und 
Wort. Und wie schon ursprünglich der Begriff vor dem Begriffenen 
da ist, so gilt auch für alle Zukunft, daß die Vollzüge des Geschehens 
dem Begriffe folgen, wie die Schafe dem Hirten. 
So bedeuten auch jene erwarteten Begriffe, wenigstens im grund 
sätzlichen Verhältnisse, Wegweiser für unser Handeln. Das ist ihr 
eines Gesicht, gleichsam dem eigenen Handeln zugekehrt. Diese Begriffe 
sollen aber Anschauungen ersetzen, mit denen wir des wogenden Ge 
schehens um uns geistig Herr werden. Nach ihrem engeren Berufe 
also sind es Schlüssel, für das Verständnis des Alltäglichen. Von 
daher das andere Gesicht dieser Begriffe, nun dem Geschehen rings 
um uns zugekehrt. Diese Begriffe aber, die für unser geistiges Auge 
in den Alltag hineinleuchten, weil sie unserem eigenen Handeln voran 
leuchten, die nenne ich nun Formeln. Es scheint mir dieses Wort 
die Sache noch am besten zu malen. Es sind aber Formeln zur 
Erkenntnis des Alltäglichen, weil sie eine hilfreiche Hand 
dazu bieten, wenn sich das nationalökonomische Denken hinaus- 
heben will über die Alltagskenntnis, um sich selber zu finden. Nur 
vergessen Sie nicht, daß unser Problem bloß der eine Schritt aus den 
vielen ist, die das nationalökonomische Denken in der richtigen Folge 
zu tun hat, will es der Vormundschaft des urwüchsigen Denkens ent 
rinnen. Aus dem Prozesse seiner Läuterung ist nur eine einzelne 
Phase herausgegriffen, wenn wir jetzt jene Formeln suchen.
	        
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