Full text: Wirtschaft als Leben

Haushalten und Unternehmen, V. 
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Determination, um als bloße Determinante zu gelten. Geburt ist da 
gleichsam eine erste Tat, Sterben eine letzte, endgültige, folgenschwerste 
Unterlassung. Jene vielgeschmähten „Drohnenlisten“ haben ja gerade 
diesen tieferen Sinn, daß für die Historie die „gewöhnlichen“ Menschen 
nicht geboren werden und nicht sterben; wohl aber die Könige, die 
gekrönten und die ungekrönten, die Pächter der Tat. Aber vor dem 
weitschweifenden Blick, wenn Geburt und Tod zur Reihe der Ge 
schlechter wird, ergeben sich chronische Determinanten, nach deren 
gewaltigen Taktschlägen auch in die „Geschichte“ ein gewisser Rhyth 
mus kommt. Für die Nationalökonomie dagegen erscheinen 
Geburt, Krankheit und Tod von Haus aus relevant; und als chro 
nische Determinanten, die uns als „echte Massenerscheinungen er 
faßbar werden. TT , 
Die „Grenzen“ zwischen der Natur und der Welt des Handelns 
aber, die können so wenig verschwimmen, als je zwischen Rechts und 
Links, oder Innen und Außen, wie überhaupt bei jedem starren 
Lntwederoder der Auffassung. So mag man immerhin von 
einem „generischen“ Handeln reden, ein Handeln einfach, das uns 
geringfügig in seinem Sondertume unerheblich bedünkt, und seiner 
Aufhebung i n Artbegriffen daher nicht recht zu widerstreben weiß. 
Es ist das richtige Kanonenfutter für Zustand und Entwicklung. Auch 
lie gt es nahe, daß ein Geschehen da in Frage stehen muß, das in 
hohem Grade der Bedungenheit durch die Natur ausgeliefert ist. Aber 
wenn dieses arthafte Geschehen auch zu ersticken scheint unter der 
Last seiner Determinanten, im Wesen bleibt es deshalb doch erlebtes 
Geschehen; aufs Haar so, wie die gewaltigste „Haupt- und Staats 
aktion“. Es bleibt nach dem Vorbilde unseres eigenen Handelns für 
uns verstehbar; lauter Streben bleiben seine auslösenden Be- 
dmgungen, w i e immer auch daneben die seitlichen Bedingungen sich 
aufzwingen, die selber arthaften Determinanten. Und daher konnte es 
genau so wenig in „ursächliche“ Ketten eingefügt werden, der „gesetz 
mäßigen Erklärung“ ganz ebensowenig anheimfallen, wie umgekehrt 
etwa ein Thermometer, wenn es nur recht groß ist, zu einem Baro 
meter würde. 
Wie denken wir nun einen Zustand? Wir halten uns ent- 
Weder einen Zeitpunkt vor, um den herum, oder zwei Zeitpunkte, 
2wis '' 1 '"- ’ en ein Geschehen in Wiederkehr gedacht wird. 
Vollzüge bleiben wir uns weniger bewußt als des 
sich im Rückblick auf damals für jeden be- 
. *scn Zeitpunkt ein Vollzug annehmen läßt. Es trennt 
sich also das Geschehen gar nicht eigentlich von jener Zeit. Solange 
° tt! Ottlilienfeld, Wirtschaft als Leben. 12 
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Reihe seiner 
mstandes, daß 
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