Object: Kapitalismus und Sozialismus

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11,1. Das arbeitslose Einkommen 
während sie das Zinseneinkommen der Vermögensbildung zufüh 
ren und es somit der Aufgabe widmen, für die es recht eigentlich be 
stimmt ist, um so weniger wird sich unter sozialen Gesichtspunkten 
gegen die Existenz des arbeitslosen Einkommens einwenden lassen. 
Cassel selbst hat diesen Gedanken schon in einer älteren Schrift 
einmal sehr treffend folgendermaßen formuliert: „Man könnte es 
als eine ideale Pflicht der Gesellschaftsklassen, die in der Hauptsache 
das Zinseinkommen beziehen, also der höheren Linkommensklassen, 
bezeichnen, im ganzen eine entsprechende Summe zum Ankauf von 
neuem Kapital zu verwenden. Tun sie das, dann erfüllen die Privat 
kapitalisten ihr Amt zu denselben Bedingungen, wie die sozialistische 
Gesellschaft es tun würde, der Zinsfuß ist derselbe, wie er bei sozia 
listischer Drganisation der Volkswirtschaft sein würde. Dann würde 
auch die strengste Kritik im beziehen eines Zinseinkomniens keine 
Spur von Ausbeutung der ärmeren Klaffen entdecken können." 
Selbstverständlich kann dieser Grundsatz aber nur für die Klasse 
der Rentenbezieher im ganzen gelten, wie auch von Cassel ausdrück 
lich betont wird. Im einzelnen können zahllose Fälle vorkommen, 
in denen selbst der strengste Moralist nichts dagegen wird einwenden 
können, wenn das arbeitslose Einkommen für die persönliche Kon 
sumtion in Anspruch genommen wird, so, wenn etwa die Zinsen des 
Vermögens oder unter Umständen auch dieses selbst dazu dienen, den 
Kindern eine bessere Ausbildung zu schaffen. Schlimm stünde es 
für die heutige Gesellschaft nur, wenn die Kapitalisten etwa all 
gemein dem Beispiel eines bekannten französischen Sozialistenführers 
folgten, der, als ihm eine größere Erbschaft zugefallen war, im 
Banne der sozialistischen Theorie befangen, mit dem ererbten ver 
mögen nichts Besseres tun zu können glaubte, als es in einigen 
Jahren aufzuzehren und sich dann das Leben zu nehmen, um nicht 
dauernd ein Mitschuldiger am System des Kapitalismus und dem 
von diesem der Arbeit abgepreßten Tribut zu sein. Das ist gerade 
das Gegenteil von dem, was auch soziale Rücksichten von uns eigent 
lich fordern. Vas Wohl der Gesellschaft macht den Kapitalbesitzern
	        
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