Object: Die Entwickelung zum Socialismus

ist aber keineswegs der Fall. Die Form der Actiengesell- 
schaft wirkt der Tendenz: Centralisation der Vermögen 
durch Centralisation der Betriebe in sehr bedeutendem 
Masse entgegen. Sie erlaubt eine weitgehende Spaltung 
schon concentrierter Capitale und macht Aneignung von 
Capitulen durch einzelne Magnaten zum Zwecke der Con- 
centrierung gewerblicher Unternehmen überflüssig.“*) 
Wir wollen nicht bestreiten, dass diese Bemerkungen 
ein Körnchen Wahrheit enthalten. Aber es würde ein 
grober Irrtum sein, diese beiden Erscheinungen: Concen 
tration des Eigentums und Concentration der Production 
zu identificieren. 
Das Eigentum an Grund und Boden z. B. kann sich 
concentrieren, während der Betrieb zersplittert wird. 
Andernteils bedeutet die Schaffung grosser Unternehmun 
gen in der Form von Actiengesellschaften an sich noch 
nicht, dass die Vermögensconcentration mit der Concen 
tration der Productionsmittel gleichen Schritt hält; aber 
noch weniger darf man daraus, wie Bernstein vielfach 
zu thun scheint, schliessen, dass die Centralisation der 
Capitale in der Form der Actiengesellschaften Hand in 
Hand geht mit einer Vermögensdecentralisation in der 
Form von Actien und Obligationen. 
In seiner Antwort auf Bernstein zeigt im Gegenteil 
Karl Kautsky sehr klar, dass die zur Unterstützung dieser 
Vermutung herangezogenen Gründe entweder ohne Be 
weiskraft oder direct irrig sind.**) 
Dass die Entwickelung der Grossproduction die abso 
lute Zahl der Capitalisten, die ein arbeitsloses Einkommen 
gemessen, vergrössert, ist unbestreitbar; aber zu gleicher 
Zeit vermehrt sich die Zahl der Proletarier in viel grösserem 
Massstabe, und diese doppelte Bewegung geschieht auf 
*) Bernstein: Die Voraussetzungen des Socialismus, 
Pag. 47- 
**) Kautsky: Bernstein und das socialdemokratische Pro 
gramm, pag. 80 ff.
	        
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