Object : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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rische  Arbeit  im  Bezirk,  wenn  auch  diese  Arbeiter  infolge  einer
beständigen  Überwachung  politisch  barmlos  sind.  Vor  allem
tragen  sie  enorme  Lohnsummen  ins  Ausland,  die  die  deutsche
Industrie  gern  deutschen  Arbeitern  zukommen  lassen  möchte  Auch
könnten  diese  mit  vielen  Mühen  und  Kosten  für  industrielle
Arbeit  geschickt  gemachten  Arbeiter  nach  ihrer  Rückkehr  in  ihre
Heimat  zur  Neugründung  von  Konkurrenzunternehmungen  in
den  fremden  Staaten  wirksam  gebraucht  werden.
Waren  früher  solche  fremden  Wanderarbeiter  in  genügender ­
  Zahl  zu  haben,  so  ist  durch  die  allgemeine  große  Nachfrage
besonders  der  deutschen  Landwirtschaft  nach  solchen  Arbeitern  für
die  oberschlesische  Industrie  heute  ein  recht  fühlbarer  Mangel
eingetreten.
So  sehr  die  eigenartigen  Verhältnisse  Oberschlesiens  auch
die  Anwerbung  ausländischer  Arbeitskräfte  heute  rechtfertigen
inögen,  so  ist  dieser  Zustand  ebenso  wie  der  in  der  deutschen  Landwirtschaft ­
  als  durchaus  ungesund  zu  bezeichnen  in  volkswirtschaftlichem ­
  wie  politischem  Sinne.  Durch  Verbesserung  der  Arbeitsverhültnisse
  und  der  Löhnung  muß  die  oberschlesische  Industrie ­
  die  benötigten  Arbeitskräfte  ganz  aus  dem  Inland  zu  ziehen ­
  sich  bemühen,  auf  der  anderen  Seite  wird  es  Aufgabe  der
Regierung  sein,  durch  Populationistische  Maßnahmen  dafür  zu
sorgen,  daß  die  nationalen  Industrien  restlos  mit  nationalen
Arbeitskräften  versorgt  werden  können*).

A  5.  Kapitalsgrundlagen.
Wir  werfen  nun  einen  Blick  auf  die  Kapitalverhältnisse  in
der  oberi^lestschen  Kohlen-Eisenindustrie.

1)  Die  Arbeiternot  wird  durch  die  1915  in  Kraft  tretende  Gemerbeordnungsnovelle
  von  1908  bezgl.  der  Beschäftigung  weiblicher
Arbeiter  in  Bergwerksbetrieben  in  Kürze  verschärft  werden.  Die
oberschlesischen  Industriellen  hoffen,  noch  in  letzter  Stunde  auf
eine  Ausnahmeverfügung,  und  machen  alle  Anstrengungen,  sie  durchzusetzen. ­
  Da  es  sich  aber  meist  um  Mädchen  unter  20  Jahren  handelt, ­
  ist  ihre  Beschäftigung  mit  wenn  auch  noch  so  „leichter"  Arbeit
in  Betrieben  der  Schwerindustrie  als  der  Volksgesundheit  schädlich
zu  verwerfen.
            
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