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i verbürgen, selbst auch dann, wenn die Gemüter sich wieder beruhigt
haben ! Ist es doch schon in den Jahren mittlerer Lebendigkeit schwer,
das Preisproblem zu lösen.
, Es sei nochmals daran erinnert, daß für die Trusts das Preisproblem
insofern leichter ist, als sie mit den inneren Reibungen, die oft die Kartell
politik hemmen, nicht zu kämpfen haben; dafür kann aber die Über-
kapitalisation zeitweise nachteilig die Preise beeinflussen. Haben die
Trustgründer die zukünftige Ertragsfähigkeit, sei es absichtlich zu Spe
kulationszwecken, sei es unabsichtlich überschätzt, liegt von diesem
Standpunkt aus eine Überkapitalisation vor, dann besteht die Gefahr,
daß die Preise der Produkte nicht in ein angemessenes Verhältnis zu den
Produktionskosten gesetzt werden, oder sich den Marktverhältnissen
anpassen, sondern sich nach dem Wunsche richten, der gewaltigen Kapital
masse eine Rentabilität zu sichern. Jedoch erzielt dieses Streben, wenn
überhaupt, nur vorübergehenden Erfolg. Das Kapital ist nicht allmächtig;
es vermag nur einen Ertrag abzuwerfen, wenn es anderen wirtschaftliche
Dienste leistet, die von ihnen hoch genug geschätzt werden, um ein Ent
gelt zu zahlen, daß'”die Kosten überdeckt. Selbst vollständige Monopole
können nur in seltenen Fällen auf die Dauer ohne eigenen Nachteil die
Preise diktieren. Die amerikanischen Trusts besitzen aber nur eine mangel
hafte marktbeherrschende Stellung. Sie umfassen durchweg nicht die
ganze Erzeugung ihrer Branche, zum Teil stehen ihnen leistungsfähige
Konkurrenten gegenüber.
Im übrigen können die Ausführungen im großen ganzen auch auf
die Trusts übertragen werden, aber selbstverständlich nur dann, wenn
Trusts in Frage kommen, die das gleiche Ziel, wie die Kartelle, verfolgen.
Trusts dagegen, die ihre Gründung Spekulationsmanövern verdanken,
werden ihre Preispolitik auch ihrem Hauptziel unterordnen.