Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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hier  wesentlich  zur  Rationalisierung  des  Betriebes  beigetragen.  Es  sei  nur
erinnert  an  den  Übergang  von  der  Dreifelderwirtschaft  zur  Fruchtwechselwirtschaft, ­
  an  die  Einführung  der  Stallfütterung,  an  die  Drainierung,  an
die  Anwendung  künstlichen  Düngers  und  die  Benutzung  landwirtschaftlicher ­
  Maschinen  aller  Art  usw.
Am  wichtigsten  sind  aber  ohne  Zweifel  die  Fortschritte  der  Verkehrstechnik, ­
  die  durch  die  Verbilligung  und  Beschleunigung  des  Personen-,
Wagen-  und  Nachrichten  Verkehrs  den  Sprung  vom  lokalen  Markt  zum
nationalen  Markt  und  Weltmarkt  ermöglichten.
Die  steigende  Produktivität  der  menschlichen  Arbeit  war  die  Quelle
des  wachsenden  Reichtums  und  damit  der  Anlage  suchenden  Kapitalien,
die  ihrerseits  in  den  Händen  der  Unternehmer  zu  einem  Mittel  beschleunigter ­
  Entwicklung  wurden.
Überall,  wo  sich  diese  Entwicklung  durchsetzte,  wurde  auch  Raum
geschaffen  für  eine  neue  Gewerbefreiheit.  Daß  die  alte  Form  der  Gebundenheit, ­
  die  für  den  lokalen  Markt  bestimmte  Zunftorganisation  zerbrochen ­
  werden  mußte,  wurde  schon  hervorgehoben.  Die  neuen  Betriebsorganisationen, ­
  die  Unternehmungen,  waren  dem  Zunftrahmen  entwachsen.
Aber  daß  auch  sie  eine  Zeitlang  volle  Freiheit  genießen  konnten,  verdanken ­
  sie  der  Gunst  der  Verhältnisse,  die  in  dem  Überwiegen  der  Nachfrage ­
  über  das  Angebot  zeigen,  daß  noch  hinreichend  Raum  für  die  Entwicklung ­
  der  Mehrzahl  der  vorwärtsstrebenden  Unternehmungen  vorhanden ­
  ist.
In  England  hat  zuerst  die  neue  Technik  ihren  Siegeszug  begonnen.
Hier  mußte  sich  auch  zuerst  der  Umschwung  von  der  Gebundenheit  zur
Freiheit  vollziehen.  Am  augenfälligsten  waren  im  18.  Jahrhundert  die
Fortschritte  in  der  Eisen-,  Textil-  und  Maschinenindustrie.  Die  Holzkohlennot
  in  der  Eisenindustrie,  die  eine  Erschöpfung  der  Wälder  heraufzubeschwören ­
  drohte,  wurde  beseitigt,  nachdem  es  seit  1735  gelang,  aus
Steinkohle  gewonnenen  Koks  zur  Verhüttung  der  Erze  im  Hochofen  zu
verwenden.  Durch  Koks  Verwendung,  Erhöhung  der  Hochöfen  und  durch
Benutzung  von  Zylindergebläsen,  die  vermutlich  seit  1768  angewendet
wurden,  ist  die  Leistungsfähigkeit  der  Roheisenindustrie  erheblich  gestiegen. ­

Es  betrug  die  Roheisenproduktion:

1740

17000  t

1788

68  000  t

1796

125000  t

l )  Bouniatian,  Wirtschaftkrisen  und  Überkapitalisation  1908  Bd.  II  S.  153.
            
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