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der Arbeiter und Kapitalverleiher. Da aber die Lohn- und Diskonthausse
auch jene Unternehmungen trifft, die nicht an der Verarbeitung und Bereitstellung
der Mehremte beteiligt sind, findet hier ebenfalls eine Verschiebung
des Einkommens statt, die die Wirkung der Füllernte noch verstärkt.
Arbeiter und Kapitalverleiher erhalten einen größeren Anteil am
Ertrag, es wächst also auch hier ihre Kaufkraft und besonders wichtig
ist, daß die Konsumkraft der breiten Massen anschwillt. Dieser Nachfragezuwachs
richtet sich aber nicht nur auf jene Mehrprodukte, die dem
reicheren Ernteausfall ihre Entstehung verdanken, auch andere Industrien
ziehen Nutzen aus ihr und dehnen ihre Erzeugung aus. Die Wirkung der
Füllemte greift auf immer weitere Wirtschaftsgebiete über!
Die andere Folge der intensiveren Ausnutzung der vorhandenen Anlagen
— sowohl in denjenigen Industrien, die direkt oder indirekt an der
Veredlung der agrarischen Rohstoffe beteiligt sind, als auch in jenen, die
aus der Einkommensverschiebung aus dem Nachfrageplus profitieren —
ist eine Produktivitätssteigerung, eine Produktionskostensenkung, da in
derselben Zeit zwar mit einem Mehraufwand an Mitteln eine im Verhältnis
größere Menge von Produkten erzeugt wird. Dem Reichtumplus in der
Landwirtschaft stellt sich dieser Reichtumplus im Gewerbe zur Seite und
es hängt von den Verhältnissen ab, in wessen Händen dieser Zuwachs an
Reichtum und Kaufkraft hängen bleibt. Die letzte Wirkung dieses Nachfrageplus
wird eine Erzeugungsausdehnung irgendwelcher Industriezweige
sein.
Bisher hatten wir angenommen, die vorhandenen Anlagen im Verkehrsgewerbe
und in der Veredlungsindustrie reichten aus, die Mehrarbeit
zu bewältigen. Häufig wird das nicht der Fall sein, zumal wenn mehrere
reiche Erntejahre aufeinander folgen. Eine Ausweitung der Anlagen und
Errichtung neuer wird zur Notwendigkeit. Die Anlage suchenden Kapitalien
drängen sich jetzt in stärkerem Maße den begünstigten Unternehmungszweigen
zu, rufen eine Mehrnachfrage nach Baumaterialien,
Kraft- und Arbeitsmaschinen, Eisenbahnen und Schiffen usw. hervor.
Diese neue Nachfragewelle erzwingt wieder ähnliche Wirkungen, wie wir
sie soeben kennen gelernt haben, zunächst in den Eisen-, Maschinen- und
Zementindustrien, in den sogenannten „instrumental-industries“.
Lassen wir nun auch die Voraussetzung fallen, daß die Vorgänge sich
in einer nach außen geschlossenen Volkswirtschaft abspielen, dann muß
das Resultat wiederum etwas modifiziert werden. Es kann einerseits der
Mehrbedarf an Arbeitskräften und Kapitalien zum Teil vom Auslande
gedeckt werden, was mit einer Steigerung der Produktivkraft des Inlandes
gleichbedeutend wäre und wodurch die Aufwärtsbewegung des Wirtschaftlebens
gekräftigt würde. Andererseits kann der Mehrbedarf an kon