Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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sumreifen  Waren,  Produktionsmitteln  und  Rohstoffen  vom  Auslande  gedeckt ­
  werden,  wodurch  die  Haussebewegung  gedämpft  würde.  Endlich
sind  nicht  mehr  die  nationalen  Ernten,  sondern  die  Welternten  entscheidend,
und  zwar  um  so  mehr,  je  enger  die  Industriestaaten  mit  den  Agrarstaaten ­
  in  wirtschaftlichem  Kontakt  stehen.
Die  außergewöhnlich  ergiebigen  Ernten  verursachen  weitgehende
Verschiebungen  und  Ausweitungen  im  Wirtschaftsleben.  Ein  Rückschlag
ist  unvermeidlich;  er  würde  auch  dann  eintreten  müssen,  wenn  die  Ernten
sich  dauernd  auf  diesem  Hochstand  hielten  und  höchstens  entsprechend
der  Bevölkerungsvermehrung  noch  weiter  an  wüchsen.  Denn  sobald  die
Industrien  sich  der  Mehrnachfrage  und  den  Nachfrageverschiebungen
angepaßt  hätten,  wäre  auch  das  außergewöhnliche  Arbeitspensum  der
„industrial  industries“  erledigt,  eine  Betriebseinschränkung  notwendig.
Also  selbst  bei  gleichbleibendem  Mehrangebot  würde  erst  nach  einigen
Pendelschwingungen  nach  oben  und  unten  eine  neue  Gleichgewichtslage
erreicht.  Aber  die  Ernten  bleiben  nicht  gleich  groß.  Füllernten,  normale
Ernten  und  Mißernten  lösen  sich  ab.  So  kommt  das  Wirtschaftsleben
nicht  zrrr  Ruhe.  Einer  Periode  des  Reichtumzuwachses  und  der  Mehrnachfrage ­
  folgt  eine  Periode  der  Reichtumminderung  und  des  Einschrumpfens ­
  der  Nachfrage.  Je  stärker  der  Wirtschaftskörper  angespannt ­
  wurde,  um  das  Ernteplus  zu  bewältigen,  desto  kräftiger  muß,  wenn
der  Erntesegen  in  das  Gegenteil  umschlägt,  die  Erzeugung  im  Gewerbe
eingeschränkt  werden.  Die  Wirkungen  im  einzelnen  lassen  sich  mit  Leichtigkeit ­
  aus  der  Darstellung  des  Aufschwungs  ableiten.  Allerdings  wird
nicht  jede  Füllernte  einen  Aufschwung  und  jede  Mißernte  einen  Niedergang ­
  hervorrufen.  Es  fragt  sich,  ob  nicht  andere  Faktoren  im  entgegengesetzten ­
  Sinne  arbeiten.  Neben  den  Ernten  wirken  noch  andere  Kräfte
auf  eine  Ausdehnung  oder  Einschränkung  der  Nachfrage.  Ohne  Zweifel
aber  handelt  es  sich  bei  den  Ernteschwankungen  um  gewaltige  Größen,
deren  Wucht  die  der  anderen  Faktoren  wohl  selten  gleich  kommt.
In  ganz  ähnlicher  Weise  wie  die  Füllernten  können  Erleichterungen
im  Außenhandel  eine  Markterweiterung,  ein  Nachfrageplus  mit  allen
seinen  Folgen  bewirken,  unter  Umständen  allerdings  auch  nur  eine  Verschiebung, ­
  eine  Begünstigung  der  einen  auf  Kosten  der  anderen  Industrien.
Ebenso  bedeuten  die  Kriege  in  der  Vorbereitungszeit,  während  des  Verlaufs ­
  und  nach  ihrer  Beendigung  eine  zeitweise  gewaltige  Steigerung  der
Nachfrage,  die  am  wirksamsten  ist,  wenn  ein  Land  nur  zur  Deckung  dieser
Nachfrage  herangezogen  wird  und  nicht  selbst  Krieg  führt,  da  ja  im  kriegführenden
  Lande  dem  Nachfrageplus  ein  außerordentliches  Nachfrageminus ­
  infolge  der  erzwungenen  Produktionseinschränkung  und  eventuell
der  Produktionsmittelzerstörung  gegenübersteht.  Jede  außergewöhnliche
            
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