Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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Aufschwung  und  Niedergang  vollziehen.  Ganz  unabhängig  von  der  sozialen ­
  Ordnung  der  Wirtschaft  rufen  gewisse  Faktoren  jene  Wellen  immer
wieder  von  Zeit  zu  Zeit  hervor.
Wird  die  moderne  Technik  beherrscht  von  der  Tendenz  der  Massenproduktion ­
  und  muß  sich  die  wirtschaftliche  Gesamtentwicklung  in  steter
Wellenlinie  vollziehen,  so  ist  die  notwendige  Folge,  daß  nach  der  rapiden
Ausweitung  der  Produktionsmittel  in  den  Jahren  des  Aufschwungs  das
Angebot  in  der  Zeit  des  Niederganges  bei  weitem  die  Nachfrage  übertrifft.
Am  stärksten  wird  sich  naturgemäß  dieses  Überangebot  in  den  Produktionszweigen ­
  einstellen,  die  einerseits  durch  den  Verlauf  der  Aufwärtsbewegung
den  lebhaftesten  Anreiz  erfuhren  und  andererseits  durch  reiche  Maschinenverwendung ­
  und  weitgehend  automatischen  Betrieb  der  Tendenz  zur
Massenproduktion  in  erster  Linie  unterworfen  sind.  Beide  Bedingungen
erfüllen  in  jeder  Hinsicht  die  Kohlenindustrie  und  die  unteren  Stufen  der
Eisenindustrie,  denn  sie  liefern  das  notwendige  Material  zur  Erzeugungsausdehnung ­
  der  meisten  anderen  Industriezweige,  müssen  also  in  der
Hochkonjunktur  weit  höheren  Ansprüchen  genügen  als  jene,  und  sie  sind
in  der  Ersetzung  der  Handarbeit  durch  Maschinenarbeit  außerordentlich
weit  fortgeschritten,  haben  also  den  lebhaftesten  Drang,  sich  möglichst
den  erhöhten  Ansprüchen  anzupassen.  Folglich  müssen  sie  auch  vorn
Konjunkturrückschlag  besonders  heftig  erfaßt  werden.  Kohlen  und
Eisenindustrie  werden  als  das  Barometer  der  Wirtschaftskonjunkturen
betrachtet.
Wächst  das  Angebot  über  die  Nachfrage,  so  verschärft  sich  der  Wettkampf ­
  und  hält  der  Zustand  an,  so  muß  schließlich  eine  allgemeine  Notlage
den  Wirtschaftszweig  erfassen.  Ehe  wir  auf  die  Regulierung  des  Wettkampfes ­
  eingehen,  müssen  wir  die  Frage  erörtern,  welche  Aufgabe  der  ungebundene ­
  Wettkampf  im  Wirtschaftsleben  zu  erfüllen  hat.  Wir  werden
dann  auch  die  Faktoren  kennen  lernen,  die  nicht  nur  auf  ein  vorübergehendes, ­
  sondern  ein  dauerndes  Mißverhältnis  zwischen  Angebot  und
Nachfrage  hinwirken.

2.  Die  Aufgaben  der  freien  Konkurrenz.
Die  freie  Konkurrenz  soll  nach  Ansicht  der  Vertreter  der  klassischen
Nationalökonomie  die  Preise  den  Produktionskosten  anpassen  und  dadurch ­
  das  Wirtschaftsleben  im  ökonomischen  Sinne  leiten  und  regeln.
Man  sagt:  wo  das  Angebot  zu  gering  ist  und  die  Preise  die  Kosten  erheblich
überschreiten,  wird  neue  Konkurrenz  angelockt,  bis  der  Gewerbezweig
nur  noch  die  üblichen  Gewinne  abwirft.  Wo  dagegen  die  Zahl  der  Wett-»Mi

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