Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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Vorteils  an  die  Allgemeinheit  der  freien  Konkurrenz  nicht  bedurften,  denn
deren  nachteiligen  Folgen  würden  die  Vorteile  überboten  haben.
Erst  die  gewaltige  Umwälzung  von  der  geschlossenen  lokalen  Wirtschaft ­
  zur  National-  und  Weltwirtschaft  stellte  der  freien  Konkurrenz
neue  große  Aufgaben.  Die  nie  geahnte  Produktivitätssteigerung  auf  allen
Gebieten,  vor  allem  auf  dem  des  Verkehrs,  hat  die  Erwerbschancen  außerordentlich ­
  ausgeweitet  und  erhöht.  Nur  die  freie  Konkurrenz  vermochte
alle  Kräfte  zu  entfesseln  und  sie  zur  Ausnutzung  der  mannigfachen  Erwerbsgelegenheiten ­
  anzuspornen;  sie  aber  auch  entwand  immer  wieder  den
Führern  auf  allen  Gebieten  die  großen  Gewinne,  lieferte  den  Nutzen  des
Fortschritts  der  Gesamtheit  aus.  In  dieser  stürmischen  Umwälzung  schlug
das  Pendel  immer  von  neuem  zugunsten  jener  aus,  die  kühn  der  Entwicklung ­
  voran  eilten,  Nur  die  freie  Konkurrenz  besaß  die  Kraft,  das
Pendel  wieder  nach  der  Gleichgewichtslage  zurückzuschwingen,  sie  allein
konnte  Leiterin  und  Regulator  des  Wirtschaftslebens  sein.  Erst  langsam,
dann  steiler  hob  sich  die  wirtschaftliche  Entwicklung;  aber  sie  vollzog  sich
nicht  in  gerader  Richtung,  sondern  in  mehr  oder  minder  starker  Wellenbewegung ­
  und  an  der  Größe  dieser  Wellen  hat  die  freie  Konkurrenz  nicht
zum  geringsten  Teil  mitgewirkt.  Ging  aber  die  Konjunktur  zeitweise
bergab,  dann  warf  der  Wettbewerb  im  Inlande  die  schwächeren  Kämpfer
aus  dem  Sattel  und  zwang  in  immer  stärkerem  Maße  die  Überlebenden  den
Weltmarkt  aufzusuchen,  um  auch  im  großen  Ringen  der  Völker  die
Leistungsfähigeren  empor  zu  heben.  Solange  die  Anlagekapitalien  der
Konkurrenten  noch  klein  waren,  bestand  auch  kein  Anreiz  die  zusammengebrochenen ­
  Betriebe  aufzukaufen,  denn  großen  Vorteil  konnten  sie  nicht
bieten.  Andererseits  war  für  tatkräftige  Naturen  noch  Neuland  zur  wirtschaftlichen ­
  Betätigung  genug  vorhanden.  Trotzdem  werden  die  Jahre
des  wirtschaftlichen  Niederganges  auch  damals  schon  oft  überall  einen
heftigen  Kampf  der  überlebenden  gleich  starken  Gegner  gesehen  haben.
Sie  kreuzten  erst  ernstlich  die  Waffen,  wenn  die  Absatzmöglichkeiten  allzu
stark  einschrumpften.  Die  Preise  sanken  unter  die  Kosten  der  leistungsfähigsten ­
  Unternehmungen.  Noch  aber  überwog  bei  weitem  der  Nutzen  der
freien  Konkurrenz.
Allmählich  ändert  sich  das  Bild,  das  Tempo  des  Fortschrittes  mußte
sich  auf  allen  wichtigen  Wirtschaftsgebieten  mäßigen.  Die  Erschließung
und  Ausbeutung  der  zum  Teil  außerordentlich  reichen  überseeischen
Länder  brachte  zunächst  eine  erhebliche  Raumerweiterung.  Doch  mit
zunehmender  Besiedlung  überschritten  allmählich  die  Erwerbschancen
den  Höhepunkt.  Eine  langsame  Verschlechterung  war  unvermeidlich.
Zwar  lassen  sich  auch  in  Zukunft  noch  manche  Gegenden  mit  Hilfe  der
modernen  Transportmittel  an  die  Weltwirtschaft  anschließen  und  ist
            
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