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an die Wand drücken, da der Kampf schließlich auch ihre Rentabilität
untergrabe, sie sollten bedenken, daß jeder Gewerbezweig auch gemeinsame
Interessen habe, und diese in den Vordergrund stellen. Sie sollten
über die Gegenwartsinteressen nicht die Zukunftsinteressen vergessen.
Aber was sind denn in jedem Augenblick die wirklichen Zukunftsinteressen
, was entspricht dem volkswirtschaftlichen Wohle des Ganzen ?
Zwei Beispiele mögen zeigen, wie schwer es ist, die Frage zu beantworten.
August Thyssen, der bekannte Stahlindustrielle, wurde vielfach der
Störenfried in der Kartellbewegung genannt. Thyssen hat sein Riesenunternehmen
aus einem kleinen Walzwerk allmählich entwickelt. Er hat
frühzeitig die Idee der horizontalen und vertikalen Kombination außerordentlich
weit durchgeführt. Er war einer der ersten, der ein großes auf
riesige Produktionen eingestelltes modernes Stahlwerk ergänzte durch die
Angliederung zahlreicher Walzstraßen für die Herstellnug aller Walzerzeugnisse.
Durch die Ausdehnung seiner Erzeugung suchte er, unterstützt
durch die vorzügliche technische Einrichtung, die Kosten möglichst herabzudrücken,
und durch die Vermannigfaltigung seiner Erzeugnisse wollte
er sich außerdem eine ausreichende Beschäftigung in den schlechten Wirtschaftsjahren
sichern. Solange Thyssen an der Ausführung seines Planes
arbeitete, konnte er sich nicht an allen Kartellen, die für seine Erzeugnisse
bestanden, beteiligen, er mußte sich ein gewisses Maß von Freiheit Vorbehalten.
Er störte also die Kreise der Kartelle. Widersprach darum sein
Vorgehen, so sehr es auch vom Selbstinteresse geleitet war, den Interessen
des volkswirtschaftlichen Ganzen ? In den Kreisen seiner Fachkollegen
konnte man in jener Zeit öfters die Äußerung hören: Thyssen sei wohl verrückt
geworden, wenn er glaube, daß sich dieser außerordentliche Produktionszuwachs
auf dem Markt unterbringen ließe; er habe wohl jeden volkswirtschaftlichen
Maßstab verloren. Trotzdem so über Thyssen gesprochen
wurde, war er derjenige, der weit besser, wie alle anderen, die zukünftige
Entwicklung voraus geahnt hatte, der wirklich das, was dem volkswirtschaftlichen
Ganzen auf die Dauer zuträglich war, richtig erkannt hatte.
Seine Methode ist in kurzer Zeit von allen anderen Stahlindustriellen nachgeahmt
worden. Seit jener Zeit haben sich die großen Stahlwerke ganz
anders entfaltet als vorher. Es hat sich gezeigt, daß sich die erheblich vermehrte
Erzeugung gut unterbringen ließ, daß Thyssen die Annahmefähigkeit
des Marktes richtig taxiert hatte. Infolge der von Thyssen eingeleiteten
Entwicklung haben wir zwar einen Nachteil eingetauscht, der
darin besteht, daß unsere Eisenindustrie mit. einem viel größeren Prozentsatz
ihrer Erzeugung auf den ausländischen Markt angewiesen ist. Diesem
Nachteil steht auf der anderen Seite ein außerordentlicher Vorteil gegenüber.
Wir haben dank dieser Entwicklung eine Eisenindustrie von einer