Full text: Die deutsche Zigarettenindustrie

Aus der europäischen Türkei Aus der asiatischen Türkei 
Tonn. 
Mill. Mk. 
Tonn. 
Mill. Mk. 
1900 
. . . 1629 
zu 2,8 
630 . 
zu 1,1 
1901 
. . . 1595 
„ 2,7 
862 . 
. . . „ 1,5 
1902 
. . . 1825 
„ 3,7 
1056 . 
. . . „ 2,1 
1903 
. . . 2010 
„ 4,4 
1024 . 
... „ 2,3 
1904 
. . . 1911 
„ 2,9 
1321 . 
. . • „ 2,0 
1905 
. . . 2562 
, 3,8 
1944 . 
... * 2,9 
19061) 
. . . 2061r 
„ 2,8 
1469 . 
. . . „ 1,7 
1907 
. . . 2796 
„ 4,1 
1722 . 
• • • „ 1,7 
1908 2) 
. . . 3096 
„ 7,2 
2112 . 
. . . „ 3,1 
Der 
Tabakbau wird 
in der 
Türkei ganz 
anders betrieben 
in den großen Produktionszentren für Zigarrentabake. Während 
sich in letzteren große kapitalkräftige Gesellschaften mit ungeheuren 
Landstrichen vorfinden, pflegen in der Türkei die Anbaudistrikte 
unter eine größere Anzahl von Tabakbauem verteilt zu sein, von 
denen jeder nur ein kleines Stück Land zur Verfügung hat. Die 
Produktion des Zigarettentabaks erfolgt also im höchsten Grade 
dezentralisiert. 
Das Produktionsverfahren selbst gestaltet sich folgendermaßen: 
Im Februar/März wird der Tabak vom Bauer gesät, im Juni/Juli 
geerntet und dann in den Herbstmonaten auf freiem Felde getrocknet. 
Ist diese Prozedur beendet, so sortiert der Bauer den Tabak. Aus 
gut ausgereiften Blättern von schöner Farbe 3 ) wird die erste Sorte 
gebildet, schwache nicht ausgereifte, grünliche Blätter dagegen, auch 
solche, die durch Hagelschlag oder sonstwie beschädigt sind, ferner 
die wenig gehaltvollen Blätter, die zunächst dem Erdboden an der 
Tabakpflanze wachsen, bilden die zweite Sorte. 
Die einzelnen Sorten werden dann in Ballen verpackt, in denen 
die eng zusammengepreßten Tabakblätter infolge Selbsterwärmung 
1) Steuerjahr! 
2) Aus Griechenland wurden dagegen im Jahre 1908 nur 541 und aus 
Rußland gar nur 114 Tonnen Rohtabak nach Deutschland eingeführt. Die Ein 
fuhr aus den anderen etwa noch in Betracht kommenden Ländern (Bulgarien, 
Serbien, Ungarn, China usw.) ist so gering, daß sie in der amtlichen Statistik über 
haupt nicht besonders erwähnt wird. 
8) Schöne Farbe ist hierbei ein ganz relativer Begriff, denn jede Tabakart hat 
ihre besondere schöne Farbe und was für eine Sorte als schöne Farbe zu be 
zeichnen ist, gilt bei einer anderen als minderwertig. Yenidzeware soll z. B. ein schönes 
Hellbraun bis gesättigtes Braun zeigen, Pravista soll strohfarben, Kir rötlich sein. 
In Samsunware gibt es Provenienzen, die ganz dunkel, ähnlich den Zigarren 
tabaken sind, die Smyrnatabake dagegen gehen wieder ins Grünliche.
	        
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