Kapitel I. Die Hedonisten.
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nichts als ein Werkzeug, das von den verschiedensten Schulen angewendet
werden kann. Und so scheint es, kann sie in unserer Klassifikation keine
eigene Abteilung beanspruchen 1 ).
Dennoch scheint die Anwendung der mathematischen Methode eine
ganz eigene Auffassung der politischen Ökonomie mit sich zu bringen, sie
nämlich ganz und gar auf den Tauschakt zurückzuführen.
Nun setzt aber jeder Austausch ein Verhältnis zwischen
ausgetauschten Mengen voraus, das sich im Preise ausdrückt und
durch ihn formuliert wird, womit wir sofort mitten in der Mathematik
stehen.
Nun mag man denken, daß diese Methode nur ein sehr beschränktes
Anwendungsfeld habe, wenn sie den Bereich des Austausches nicht verlassen
kann. Das ist jedoch ein Irrtum. Einer der geistreichsten und
fruchtbarsten Beiträge der neuen Schule liegt gerade in der Darlegung,
wie dieser Kreis sich erweitert, bis er die ganze volkswirtschaftliche Wissenschaft
umfaßt.
Verteilung, Produktion und selbst Verbrauch, Alles gehört in diese
Lehre vom Tausche. Zunächst die Verteilung —, denn was ist der Lohn,
der Zins, die Rente, mit einem Wort die Einkünfte? — Der Preis gewisser
Dienste, der von den Faktoren der Produktion, Arbeit, Kapital
und Boden geleisteten Dienste, die der Unternehmer bezahlt. Folglich
s ind sie das Ergebnis eines Austausches.
Was heißt produzieren? — Einen Nutzen gegen einen anderen auslauschen,
eine gewisse Menge Rohstoffe und Arbeit gegen eine gewisse
Menge verbrauchbarer Güter austauschen. Um die Einen zu erlangen,
Müssen die Anderen geopfert werden. Man kann die Natur mit einem
Kaufmann vergleichen, der uns seine Erzeugnisse im Tausche gegen unsere
Arbeit überläßt, und Xenophon hatte schon diese geistreiche Theorie
vorausgeahnt, als er schrieb: „die Götter verkaufen uns alle Güter zum
Preise unserer Arbeit“. Um die Analogie besser aufzuzeigen, kann man
'len Russen Bortkiewicz, jetzt Professor in Berlin. Frankreich jedoch, die Heimat
®>nes Cournot und eines Walras, besitzt keinen mathematischen Volkswirtscha I tler.
"ir erwähnen jedoch das Buch Aupetit’s, Theorie dö la Monnaie, das, wenn es
a uch über einen besonderen Gegenstand handelt, eine allgemeine Einführung über die
1 nathematische Nationalökonomie enthält. .
J ) Diesen Einwand hat namentlich Vilfredo Pareto in seinem Iraite de Socio-°gie
(I, 87 Anm.) gegen uns erhoben. Er protestiert gegen einen Absatz der ersten Auflage,
wo wir ihn neben Walras zu den Hedonisten stellten. Er erklärt, keiner Schule
anzugehören und keine andere Methode zu haben, als diejenige, „aus der Nationalökonomie
eine Wissenschaft zu machen, gerade wie Chemie, Physik öder Astronomie“.
Aber unsere Klassifikation hatte keinen anderen Sinn, als diejenigen in die gleiche
Rubrik einzuordnen, die aus der Nationalökonomie eine „exakte Wissenschaft“ machen
Sollen.
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