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Weder die Sklaverei noch die große Anhäufung von
Reichtümern allein könnte eine Nation durch Entnervung
verderben, wenn ihre Frauen tätig, kraftvoll und arbeitsam
blieben.
Die Vorstellung, die wieder und wieder die aufeinander
folgenden Kulturen beherrscht zu haben scheint, daß es
für den Mann eine Möglichkeit gäbe, an körperlicher und
geistiger Kraft zuzunehmen, während seine weibliche Ge
fährtin stationär und untätig bliebe, ohne andern Anteil an
der Arbeit der Gesellschaft als der passiven Erfüllung der
Geschlechtsfunktionen, ist von den Tatsachen immer wider
legt worden. Es endete, wie das Experiment enden würde,
gute Rennpferde mit ungeübten, kurzatmigen, x-beinigen
Mähren aufzüchten zu wollen. Nein, noch weit verhängnis
voller 1 Denn während das weibliche Tier sein Wesen an die
Nachkommenschaft einzig oder hauptsächlich durch Ver
erbung im Keim überträgt und durch den Einfluß, den es
während der Trächtigkeit ausübt, prägt beim Menschen die
Mutter, indem sie die ganze geistige und moralische Atmo
sphäre bereitet, in der das Kind die ersten Lebensjahre
verbringt, ihr Wesen viel untilgbarer ihrem Sprößling ein.
Nur tüchtige und arbeitsame Frauen können auf die Dauer
tüchtige, arbeitsame Männer gebären; nur kraftlose, un
tätige Männer können schließlich von kraftlosen, untätigen
Frauen geboren werden. Der frisierte, parfümierte, schlaffe
Zärtling, mit der faden Sprechweise und der feinen Klei
dung, dem die Seltenheit und Mannigfaltigkeit der Spei
sen zum Studium wird und dessen schwerste Arbeit die
Suche nach Vergnügungen ist, für den selbst die Jagd, die
seinen Vorvätern eine stärkende, männliche Arbeit von
wesentlicher Bedeutung für das Leben ihres Volkes war,
zur luxuriösen, possenhaften Spielerei wird — diese Art
Mann, wo immer man ihr begegnet, ob im späten römi
schen Kaisertum, ob im heutigen türkischen Harem oder
in unserer nördlichen Zivilisation, ist nur dadurch möglich