Bon Zöllen, Steuern und fonftigen Abgaben. 21
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an {(Owerften belaften, unbedingt und mit aller Snergie bekämpft wer-
sent. Auf alle Fälle aber ift den Mafjen reiner Wein einzufchenten.
Das nicht? weniger als anmutige Verftelenfpiel, welches innerhalb
den parlamentarijden Kuliffen und auch Jonft mit dem gläubigen Volke
getrieben wird, taugt nicht in eine Demokratie, weil fie das Vertrauen
untergräbt. *)
Wer erinnert fih nicht der gewaltigen Teuerungsdemonftrationen
der Wiener Arbeiter in der Borkriegszeit, da e8 um verhältnismäßig
weniger gefährlidge Belaftungen der LebenshHaltung ging, gar nicht zu
ceden von den glorreichen Feldzügen der englijdhen Arbeiter in der eriten
Hälfte des vorigen Fahrhundert8? ÜWber fo fiht nun einmal unjfere
Demokratie von Heute aus: Sie behandelt eine Frage, die — wie die
Zebenämittelzölle — die LebenzZerhaltung der Mafjen tief berührt, bloß
al8 eine parlamentarifche Angelegenheit, als eine Sache des partei:
politijden KuhhHandel8 und verlegt das Schwergewicht des Kampfes aus-
ichließlih in die rhetorijche Sphäre der Paragraphenfabrik, wozu Das
9vhe Haus mit feiner Inflation politijder Nullen eine gute Gelegenheit
bietet... Was da zwijhen den Kuliffen gefhoben wird, Hat mit einem
geiftigen NMingen verdammt wenig zu tun und fieht dem von Karl Marz
verfpotteten parlamentarijgen KretinismuS verzweifelt äHnlic. Daß fih
die Demokratie damit ein Armutszeugnis ausftellt, Jqdeint ihr nicht be-
mußt zu fein. Und doch ijft e& Jo: die Geheimtuerei befagt nämlich
nicht? anderes, al8 daß die Demokratie an die Einficht der Majfjen,
das Heißt an fih felbjt nicht recht glaubt. Der Ansichluß der Deffent-
lichfeit jowie der Mitarbeit und Kontrolle der Wähler ift ein Beweis,
daß fie dieje nicht für reif Hält, ihre Politik zu verfiehen; daß fie
jürchtet, die Mafjen Könnten den Glauben an die demokratijche Methode
verlieren, wenn fie fehen würden, daß Theorie und Praris oft weiter
ıl8 man erwartet auseinanderflaffen.
Allerdings: Die Sozialdemokratie i{t feit je eine Partei für den
Schuß des AYrbeiters alz Vroduzenten; feine Konfumenteninterefien
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*) Selbft „bürgerlide“ Wirtjchaftspolitifer Haben die Kunft, mit der den dar-
enden Mafjen unter viel Theaterdonner blauer Dunfjt vorgemacht wurde, bewundert.
Nur einer Hat das als ftarfen Tabak empfunden, der „Hefterr. Volkswirt“ (Nr. 50
vom 12. September 1924). Er mofierte fi darüber zu Unrecht, was auch der Um-
itand bewie8, daß ihm fein Wort der Erwiderung zuteil wurde. Schweigen war da
ireilich der Tapferkeit befferer Teil, wie ja überhaupt Schweigen Sold ijt, wenn man
nicht gerade auf einen Kritiker {tößt, den man — weil ihm Keine Prejje zur Ver-
Mtauna ftebt — von vornherein totichweigen oder gefahrlos vermöbeln laffen kann.