Geldwerterhöhung oder Geldentwertung?
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Linie zu erreichen, ist eine andere Frage. Die durch den unglücklich
verlaufenen Krieg zum Durchbruch gekommenen Leidenschaften,
die jetzt vielfach an Stelle der Vernunft die Politik und
die Wirtschaft beherrschen, können leicht die besten Absichten
der Regierung und die schönsten Möglichkeiten einer wirtschaftlichen
Entwicklung illusorisch machen. So ist nicht ausgeschlossen,
daß es in Wirklichkeit doch zu jenen Zuständen kommen kann,
die grundsätzlich zu verhindern Aufgabe jedes einzelnen sein
sollte. Aber es ist durchaus noch nicht sicher, daß jene Leidenschaften
immer die Oberhand behalten werden. Vielmehr besteht
die begründete Hoffnung, daß der deutschen Volkswirtschaft das
letzte Unglück, von dem es noch betroffen werden könnte: daß
ihm der Staatsbankerott erspart bleibe.
3. Wenn im Vorstehenden der Standpunkt vertreten worden ist,
daß der Abbau der Preise ins Auge gefaßt, eine Besserung des
Geldwertes angestrebt werden solle, so wird damit zunächst nur
eine grundsätzliche Forderung aufgestellt. Noch nicht ist gesagt,
in welchem Umfang nun diese Rückwärtsbewegung zu erfolgen
habe. Die oben mitgeteilten Folgen treten um so mehr in Erscheinung,
je größer das Bestreben ist, die Geldentwertung
wieder aufzuheben. Um so größer werden auch die Schwierigkeiten
, die sich für die Regelung der Reichs - und Staatsfinanzen
ergeben würden, wenn den hohen Schulden etwa
die alten Preise und die früheren Einkommen gegenüberstehen
würden. So gewinnen zu guter Letzt die Fragen an Wichtigkeit:
Wird es denn überhaupt möglich sein, die Preise jemals
wieder auf ihren alten Stand zurückzubringen, die eingetretene
Geldentwertung vollständig wieder zu beseitigen? Oder bis zu
welchem Grade ist ein Abbau der Preise möglich oder sollte er
angestrebt werden?
Die Beantwortung dieser Fragen liegt eigentlich außerhalb des
Rahmens der vorliegenden Arbeit, die es nur mit den finanziellen
Maßnahmen zum Abbau der Preise zu tun hat. Die aufgeworfenen
Fragen berührten hingegen auch die „Warenseite“; sie sird einwandfrei
nur im Zusammenhang mit den gesamten, die Preisbildung
bestimmenden Faktoren zu beantworten. Auf das Preisproblem
im ganzen einzugehen, würde an dieser Stelle jedoch zu
weit führen. Zudem liegen ausführliche Besprechungen gerade
dieser Fragen bereits in der Öffentlichkeit vor, so z. B. von
rmm