Friedensbedingungen und Geldentwertung.
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Einnahmequellen. Entscheidend aber ist, daß wiederum durch
diese Anleihewirtschaft die aus den Zwangsablieferungen ent
stehende neue Kaufkraft zum größten Teil bei den beteiligten
Einzelwirtschaften verbleibt, während gleichzeitig die erzeugten
Güter der deutschen Volkswirtschaft endgültig verloren gehen.
Der Mangel an Gütern, an dem die deutsche Volkswirtschaft
krankt, kann daher im besten Falle nur allmählich abgestellt
werden. Auf der anderen Seite wird das Mißverhältnis von Kauf
kraft und Gütervorrat trotz der einschneidenden Steuermaßnahmen
(vgl. IV) nur in geringem Maß gebessert. Somit dauern die Ur
sachen der Preissteigerung von der Geldseite her weiter an.
Die trüben Aussichten der Finanzen sind zweifellos ein neuer
Grund zum Verzagen. Die Vorschläge, in dieser oder jener Form
den Staatsbankrott herbeizuführen, pochen von neuem und jetzt
mit Ungestüm an die Tür des Reichsfinanzministers. Das eine ist
unbedingt richtig: heute kann kein Mensch sagen, ob die deutsche
Volkswirtschaft jene gewaltigen Zumutungen, die der verlorene
Krieg mit seinen inneren Erscheinungen und den harten Friedens
bedingungen an sie stellt, jemals zu tragen imstande sein wird.
Man kann nur den Glauben haben, daß die deutsche Volkswirtschaft
aus sich heraus die Kraft finde, sich unter diesem gewaltigen Druck
der wirtschaftlichen Knechtschaft zurechtzufinden und unter den,
veränderten Verhältnissen wenigstens ihr Leben zu fristen. Die
Berechtigung zu dieser Hoffnung liefert die Vergangenheit des deut
schen Volkes, das auf Grund seiner inneren Qualitäten die zahl
reichen herben Schicksalsschläge, die ihm geworden sind, immer
wieder überwunden hat. Außerdem ist man — zum Glück —
leicht geneigt, die selbsttätige Heilung, zu der eine Volkswirt
schaft immer noch aus sich heraus befähigt ist, in der Regel zu
unterschätzen.
Gewiß ist hingegen, daß jede Art von Staatsbankrott, ins
besondere auch die vorgeschlagene Umwandlung aller öffentlichen
Schulden in Papiergeld, das wirtschaftliche und politische Elend
vergrößern wird, ohne Deutschland von seinen gewaltigen Aus
landsverpflichtungen zu entbinden. Die Wahrscheinlichkeit, daß
sich auf dem ordentlichen Wege über die Arbeit, Steuerpolitik und
Anleihetilgung eine Lebensmöglichkeit ergibt, ist auf jeden Fall
dem sicheren Unglück vorzuziehen, das über die deutsche Volks
wirtschaft hereinbrechen würde, wenn als letztes der Staats