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Stille Reserven.
„eine Beteiligung, deren Bilanzwert 106 % ist. Eine andere Be
teiligung wird mit 79 % des Nominalwerts eingestellt, deren
Bilanzwert 121 6 / 10 % beträgt.
c) Einige Aktiengesellschaften machen in ihrem Geschäfts
bericht Angaben über die Höhe der stillen Reserven (früher
Deutsche Bank 60 Milk), oder die Verwaltungsorgane geben ge
legentliche Aufklärungen in der Generalversammlung (A. E. G-
Dez. 1904: 32 Milk M.).
d) Schmalenbach in der „Zeitschrift für Handelswissenschaft
liche Forschung“ (1906/07, S. 257) will den Wert der im An
lagevermögen nach Börsenschätzung steckenden Reserven wie
folgt berechnen:
„ Aktienkapital X Börsenkurs
Buchwert der Anlage -1 — —•
Aktienkapital X Bilanzkurs D ^
——— . Danach würden sich die stillen
100
Reserven aus dem Unterschied zwischen Bilanzkurs und Börsen
kurs ergeben. Diese Berechnungsart hat problematischen Wert,
da die Höhe der stillen Reserven nur ein Bestimmungsfaktor
der Börsenkurse ist.
e) In dem folgenden Beispiel wird der Versuch unternommen,
schätzungsweise den inneren Wert einer Unternehmung zahlen
mäßig zu ermitteln, wenn die Bilanzen unter Anwendung einer
jährlichen Abschreibung von 6 % vom Bauwert bewertet würden
und die übrigen Vermögensteile und Verpflichtungen zum wirk
lichen Wert in die Bilanz eingesetzt werden 2 ).
Die Interessen der Aktiengesellschaften, die durch Stärkung
der inneren Reserven an ihre Zukunft denken, stille Reserven
schaffen, um bei schwankenden Erträgnissen oder einem Kon
junkturrückgang besser gerüstet gegenüberzustehen, und die
Interessen des Einzelaktionärs, der nur kurze Zeit an dem Unter
nehmen beteiligt bleiben will, deshalb auf möglichst hohe Divi-
l ) Der Bilanzkurs einer Aktie berechnet wie folgt:
(Aktiva -f- Schulden) . 100
Aktienkapital
•) Frankfurter Ztg. 27. März 1910: Die Abschlüsse der führender,
deutschen Reedereien.