Full text : Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

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Lohn  und  Gewinn.

soll,  statt  daß  man  es  in  Omelette  verwandelt,  oder  das  im
Keller  zwanzig  Jahre  aufbewahrte  Faß  Sprit,  den  die  Zeit  zur
Reife  bringen  und  in  Kognak  verwandeln  soll.  Und  selbst
wenn  man  nur  auf  den  Nutzen  oder  die  Qualität  sieht,  kann
man  sagen,  daß  bei  allen  Erzeugnissen  die  Rolle  der  Natur
unmeßbar  ist.  Aber  wenn  man  nur  auf  den  Wert  sieht,  auf
den  Preis,  so  verschwindet  die  Mitwirkung  der  Natur  hinter
der  der  Arbeit.
Solange  diese  Ausnutzung  durch  die  persönliche  Arbeit
des  Eigentümers  vor  sich  geht,  sei  es  nun,  daß  er  als  Landmann ­
  sein  Land  anbaut,  oder  als  Fischer  sein  Boot  benutzt,  —
solange  gibt  es  kaum  Sozialisten,  die  gegen  derartige  Verwendung ­
  des  Besitzes  protestiert  hätten.  Nur  geschieht  Folgendes: ­
  Sobald  das  Besitztum  eine  gewisse  Ausdehnung  erreicht ­
  hat,  die  über  die  Grenzen  hinausgeht,  in  denen  die
persönliche  Arbeit  nutzbringend  sich  ausüben  läßt,  muß  der
Eigentümer  die  Arbeit  anderer  zu  Hilfe  nehmen.  Ist  der
Garten  zu  groß  zur  Bearbeitung  durch  einen  einzigen  Menschen, ­
  so  muß  der  Eigentümer  wohl  einen  Arbeiter  zu  Hilfe
nehmen.  Wenn  das  Boot  Robinsons  zu  groß  ist,  als  daß  er
es  allein  führen  kann,  wird  er  sich  von  Freitag  helfen  lassen,
und  während  er  das  Ruder  führt,  wird  der  andere  das  Netz
auswerfen.
So  arbeitskräftig  auch  ein  Einzelmensch  sein  mag,  er
kann  durch  seine  persönliche  Arbeit  ein  beliebiges  Gut  nicht
über  gewisse  Grenzen  hinaus  ausnutzen,  und  diese  Grenzen
sind  sehr  eng  gesteckt.  Wenn  man  einem  von  uns  eine  Million
verspräche,  unter  der  Bedingung,  daß  wir  sie  einzig  und  allein
durch  unsere  eigene  Arbeit  ausnutzen  sollten  und  ohne  Zuhilfenahme ­
  eines  andern,  so  müßten  wir  die  Million  einfach  zurückweisen, ­
  denn  es  wäre  gänzlich  unmöglich;  die  Million  ausgeben, ­
  ja!  obgleich  man  auch  dazu  eine  gewisse  Anstrengung
nötig  hätte,  aber  sie  produktiv  nutzbar  machen,  nein!  Der
Eigentümer  des  Kapitals  muß  also  jemand  zur  Hilfe  hinzuziehn,
  einen  Arbeiter,  wie  man  sagt,  und  natürlich  wird  dieser
jemand  seine  Arbeit  nicht  umsonst  hergeben.  Der  Eigentümer
wird  ihm  eine  Entschädigung  zahlen  müssen,  die  ein  Anteil
am  Erzeugnis  der  Erde  oder  an  dem  Fischfang  sein  wird,
oder  —  was  noch  bequemer  für  den  Arbeiter  ist,  —  er  bezahlt
ihm  jm  voraus  den  Gegenwert  in  Geld.  Diese  Bezahlung,
die  nichts  anderes  darstellt  als  den  Mietspreis  für  die  Arbeitsleistung, ­
  wie  der  Zins  der  Mietspreis  für  das  Kapital  ist,
            
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