Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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die  Agitationsarbeiten  der  Provinzialkommission  aus,  und  die  größeren  von
ihnen  übernahmen  außerdem  noch  den  größten  Teil  der  Agitationsarbeit
in  den  ihnen  zunächst  liegenden  Wahlkreisen  der  Provinz  auf  ihre
Rechnung.  Wenn,  sozial  betrachtet,  die  Hauptstadt  fortgesetzt  aus  der
Provinz  Kräfte  an  sich  zog,  so  stellt  sich  hier  unter  dem  Gesichtspunkt  der
politischen  Organisations-  und  Erziehungsarbeit  das  Bild  so  dar,  daß
geistig  und  finanziell  die  Hauptstadt  durchaus  der  gebende  Teil  ist.
Wie  stark  letzteres  der  Fall  war,  zeigt  die  der  Provinzialkonferenz
von  1894  erteilte  Abrechnung  der  Agitationskommission,  vorgetragen  von
deren  Mitglied  Otto  Antrick.  Danach  hatten  zu  den  im  ganzen  etwas
über  zwölftausend  Mark,  welche  die  Kommission  seit  ihrem  Bestehen  vereinnahmt ­
  hatte,  die  sechs  Wahlkreise  Berlins  an  direkten  Zuschüssen  aus
ihren  Fonds  4882  Mark  beigetragen,  neben  den  freiwilligen  Beittägen,
die  auf  Listen  usw.  in  Berlin  für  die  Agitation  in  den  verschiedenen  Wahlkreisen ­
  aufgebracht  worden  waren.  And  so  blieb  das  Verhältnis  die  ganze
Zeit  über,  von  der  unser  Buch  handelt,  wie  folgende  Zusammenstellung
aus  den  Finanzberichten  der  Agitationskommission  für  die  letzten  vier
Jahre  unserer  Epoche  zeigt.
Die  Kommission  vereinnahmte:
m  Von  den  Aus  anderen
Geschäfts,ahr  Wahlkreisen  Berlins  Quellen
1901/1902  5  200  Mk.  5  470  Mk.
1902/1903  10  000  „  32  370  „
1903/1904  6  750  „  8149  „
1904/1905  7  800  „  9  740  „

In  das  Jahr  1902/1903  entfällt  eine  Reichstagswahl,  und  für  diese
überwies  der  Parteivorstand  der  deutschen  Sozialdemokratie  der  Agitationskommission ­
  für  die  Provinz  Brandenburg  finanzielle  Beihilfe  im  Gesamtbetrag ­
  von  24  193  Mk.,  daher  die  hohe  Einnahme  der  Kommission  in
jenem  Jahr.  Aber  die  fünf  Berliner  Wahlkreise  außer  Berlin  I  verausgabten, ­
  neben  ihren  Überweisungen  an  die  Agitationskommission,  die  in
den  obigen  10  000  Mark  einbegriffen  sind,  noch  über  15  000  Mark  für  die,
von  ihnen  direkt  betriebeneAgitation  in  den  einzelnen  Wahlkreisen  derProvinz.
Auch  die  beiden  Vorortswahlkreise  Niederbarnim  und  Teltow-Beeskow-Charlottenburg
  haben  in  den  späteren  Jahren  direkte  Beiträge ­
  an  die  Agitationskommission  abgeführt,  und  Nicderbarnim  gab  bei
der  Reichstagswahl  von  1903  noch  370  Mark  für  Wahlagitation  in  Oberbarnim ­
  aus.  Die  eigenen  Einnahmen  der  Agitationskommission  aber
setzten  sich  aus  dem  Erlös  für  verkaufte  Exemplare  des  von  ihr  herausgegebenen ­
  Agitationskalenders  „Märkischer  Landbote"  und  des  Agitationsblattes ­
  „Die  Fackel",  namentlich  aber  aus  den  Erträgen  der  Kalender-Inserate
  zusammen,  denen  bei  den  Ausgaben  größere  Posten  für  die  Verstellung ­
  dieser  beiden  Publikationen  gegenüberstehen.  Tatsächlich  bringt,
außer  bei  allgemeinen  Reichstagswahlcn,  Berlin  die  ganzen  Kosten  der
Agitationskommission  auf,  die  denn  auch  in  Berlin  ihren  Sitz  hat,  und  auf
den  Konferenzen  für  die  Provinz  Brandenburg  ist  Berlin  stets  durch
Delegierte  seiner  Wahlkreise  vertreten.  Wo  die  Verhandlungen  dieser
Konferenzen  über  Agitations-  und  Lokalfragen  hinausgreifen,  wird  im
folgenden  auf  sie  Bezug  genommen  werden.
            
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