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die Agitationsarbeiten der Provinzialkommission aus, und die größeren von
ihnen übernahmen außerdem noch den größten Teil der Agitationsarbeit
in den ihnen zunächst liegenden Wahlkreisen der Provinz auf ihre
Rechnung. Wenn, sozial betrachtet, die Hauptstadt fortgesetzt aus der
Provinz Kräfte an sich zog, so stellt sich hier unter dem Gesichtspunkt der
politischen Organisations- und Erziehungsarbeit das Bild so dar, daß
geistig und finanziell die Hauptstadt durchaus der gebende Teil ist.
Wie stark letzteres der Fall war, zeigt die der Provinzialkonferenz
von 1894 erteilte Abrechnung der Agitationskommission, vorgetragen von
deren Mitglied Otto Antrick. Danach hatten zu den im ganzen etwas
über zwölftausend Mark, welche die Kommission seit ihrem Bestehen vereinnahmt
hatte, die sechs Wahlkreise Berlins an direkten Zuschüssen aus
ihren Fonds 4882 Mark beigetragen, neben den freiwilligen Beittägen,
die auf Listen usw. in Berlin für die Agitation in den verschiedenen Wahlkreisen
aufgebracht worden waren. And so blieb das Verhältnis die ganze
Zeit über, von der unser Buch handelt, wie folgende Zusammenstellung
aus den Finanzberichten der Agitationskommission für die letzten vier
Jahre unserer Epoche zeigt.
Die Kommission vereinnahmte:
m Von den Aus anderen
Geschäfts,ahr Wahlkreisen Berlins Quellen
1901/1902 5 200 Mk. 5 470 Mk.
1902/1903 10 000 „ 32 370 „
1903/1904 6 750 „ 8149 „
1904/1905 7 800 „ 9 740 „
In das Jahr 1902/1903 entfällt eine Reichstagswahl, und für diese
überwies der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie der Agitationskommission
für die Provinz Brandenburg finanzielle Beihilfe im Gesamtbetrag
von 24 193 Mk., daher die hohe Einnahme der Kommission in
jenem Jahr. Aber die fünf Berliner Wahlkreise außer Berlin I verausgabten,
neben ihren Überweisungen an die Agitationskommission, die in
den obigen 10 000 Mark einbegriffen sind, noch über 15 000 Mark für die,
von ihnen direkt betriebeneAgitation in den einzelnen Wahlkreisen derProvinz.
Auch die beiden Vorortswahlkreise Niederbarnim und Teltow-Beeskow-Charlottenburg
haben in den späteren Jahren direkte Beiträge
an die Agitationskommission abgeführt, und Nicderbarnim gab bei
der Reichstagswahl von 1903 noch 370 Mark für Wahlagitation in Oberbarnim
aus. Die eigenen Einnahmen der Agitationskommission aber
setzten sich aus dem Erlös für verkaufte Exemplare des von ihr herausgegebenen
Agitationskalenders „Märkischer Landbote" und des Agitationsblattes
„Die Fackel", namentlich aber aus den Erträgen der Kalender-Inserate
zusammen, denen bei den Ausgaben größere Posten für die Verstellung
dieser beiden Publikationen gegenüberstehen. Tatsächlich bringt,
außer bei allgemeinen Reichstagswahlcn, Berlin die ganzen Kosten der
Agitationskommission auf, die denn auch in Berlin ihren Sitz hat, und auf
den Konferenzen für die Provinz Brandenburg ist Berlin stets durch
Delegierte seiner Wahlkreise vertreten. Wo die Verhandlungen dieser
Konferenzen über Agitations- und Lokalfragen hinausgreifen, wird im
folgenden auf sie Bezug genommen werden.