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Anschluß an die Sozialdemokratie öffentlich kundgab, und am 27. und
28. Dezember 1900 tagte in Berlin die zweite Konferenz der sozialdemo
kratischen Gemeindevertreter der Provinz Brandenburg.
Von Fragen, die im Jahre 1901 die Sozialdemokratie Berlins stärker
beschäftigten, steht im Vordergrund der Entscheid eines vom Parteivorstand
eingesetzten Schiedsgerichts in Sachen von fünfzig Parteimitgliedern in
Hamburg, die sich in ihrem Gewerbe — es waren Maurer — gegen ihre
Berufsorganisation vergangen hatten und gegen die daraufhin Anträge auf
Ausschluß aus der Partei gestellt worden waren. Die Betreffenden hatten im
Gegensatz zu einer von den organisierten Maurern Hamburgs unternommenen
Aktion zur Unterdrückung der Akkordarbeit zuerst fortgefahren, im Akkord
lohnsystem zu arbeiten, und hatten dann, von ihrer Organisation bedrängt,
zu ihrer Verteidigung eine Sonderverbindung geschaffen, deren Mitglieder
auf Bauten arbeiteten, die vom Maurerverband für gesperrt erklärt wurden.
Das Schiedsgericht, dem die Sache unterbreitet wurde und dem Ignaz
Auer präsidierte, hatte das Verhalten der Akkordmauer zwar für tadelns
wert erklärt, aber das vom Parteistatut für den Ausschluß aus der
Partei erforderte Moment der Ehrlosigkeit nicht in ihm finden und daher
auch dem Ausschlußantrag nicht Folge geben können. In Gewerkschafts-
kreisen nahm man diesen Entscheid nun begreiflicherweise sehr übel auf,
aber auch sonst stieß er in der Sozialdemokratie auf Opposition. Es erschien
vielen als ein unhaltbarer Zustand, daß gewerkschaftlich organisierte Arbeiter
in die Lage kommen sollten, in der Partei mit Leuten als Kameraden
zusanimen arbeiten zu muffen, die sie in der Gewerkschaft als Sonderbündler
aufs schärfste zu bekämpfen hätten. In den Parteiversammlungen, die sich
mit dem für 1901 nach Lübeck einberufenen Parteitag befaßten, ward in
ganz Berlin wie in den Nachbarorten diese Frage eingehend diskutiert.
Im allgemeinen bedauerte man den Spruch des Schiedsgerichts, verkannte
aber nicht, daß dieser nach dem Wortlaut des Parteistatuts nicht anders
hatte ausfallen können. Nur der erste Wahlkreis und die Kreisversamm
lung von Teltow-Beeskow-Charlottenburg faßten Beschlüsse gegen den
Schiedsspruch, im zweiten und vierten Wahlkreis wurden bestimmt
formulierte Anträge hinsichtlich seiner überhaupt nicht gestellt, im dritten und
sechsten Wahlkreis wurden Anträge, die sich gegen ihn aussprachen, abge
lehnt, und der fünfte Wahlkreis sowie der Wahlkreis Niederbarnim stellten
es ihren Delegierten anheim, gemäß ihrer auf dem Parteitag geivonnenen
Überzeugung ihre Abstimmung einzurichten. In Lübeck stimmten die
Delegierten Berlins dann mit einer Ausnahme für die dort beschlossene
Kompromiß-Resolution, die anerkannte, daß den schiedsrichterlichen Instanzen
keinerlei Vorwurf gemacht werden könne, und es den örtlichen Mitglied
schaften überließ, selbst die Mittel anzuwenden, die ihnen notwendig
erschienen, um den Maurerverbaud in feinem Kampf gegen die Hamburger
Akkordmaurer zu unterstützen.
In einigen der erwähnten Versammlungen — Berlin IV, Berlin VI
und Niederbarnim — wurden auch Beschlüsse gegen Ed. Bernstein wegen
eines Vortrags „Wie ist wissenschaftlicher Sozialismus möglich?" gefaßt,
den der Genannte im Sozialwissenschaftlichen Studentenverein gehalten
hatte. In Berlin IV (Süd-Ost) fand ferner eine Resolution Annahme,
die eine Aussprache des Parteitages über diejenigen gewerkschaftlichen