Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

100  und  101.  Allgemeines  sozialdemokratisches  Flugblatt  an  die  Wähler  der
dritten  Abteilung

stimme  geben,  wenn  Ihr  wollt,  bas;  Gurr
Interessen  wirksam  und  machtvoll  vertreten  Werden.
Die  Sozialdemokratie  hat  es  sich  überall  zur
Aufgabe  gemacht,  den  schiveren  Kamps  ans  alle»
Erbieten  der  Nolboniohlsahrt  zu  sichren.  In
unseren  vorhergehenden  Flugschriften  haben  wir
bereits  klar  gelegt,  was  sich  die  Sozialdemokratie
als  Ziel  gesetzt  hat  und  was  die  Sozialdemokratie
in  unserem  Stadlpartamcnt  geleistet  hat!  Jeder
prüfe  selbst,  ob  daraus  der  Vorwurf  zutrifft,  den
uns  die,  „Liberalen"  machen:  „Wir  treiben  einen
iiserloseir  Radibaliomus  und  lassen  uns  nur
vom  Neid  der  besitzlosen  Klasse»  leiten,"
Wir  treten  für  das  Wohl  der  Allgemeinheit
ein!  Um  das  zu  erreichen,  ist  eS  aber  notwendig,
daß  von  unten  heraus  angefangen  wird,  und
den  Äetitzlose»  daS  gegeben  ivird,  was  ihnen
heute  von  der  bürgerlichen  Gesellschaft  vorenthalten ­

  wird.  Kein  bürgerlicher  Kandidat  ist  frei
und  unabhängig  genug,  um  imstande  zu  sein;<.nn
das  Wohl  der  grotzen  Mehrheit  der  Schöneberger
Einwohnerschaft  das  ztt  tun,  Niao  die  Sozialdemobratie
  ans  ihre  sahne  geschrieben  hat.
Sein  Arbeiter,  Handwerber  und  Kleingewerbetreibender ­
  darf  am  Sonnabend  von  der
Wahl  zurückbleiben:  Ein  jeder  erscheine  an  der
Wahlurne  und  gebe  seine  Stimme  nur  für  die
soziaidemobratischen  Kandidaten  ab.  Lasse  sich
niemand  von  der  Ausübung  seines  Wahlrechts
zurückhalten.  Es  kommt  aus  jede  Stimme  an.
Eine  einzelne  Stimme  kan»  unter  Umständen  den
Ausschlag  geben,  denbe  beiner,  es  werde  auch
ohne  ihn  geizen.  Bedenke  ein  jeder,  dah  von
gegnerischer  Seite  alles  mögliche  ansgeboten
ivird,  um  der  Sozialdemokratie  den  Sieg  zu  vcr<
eilein.

rlüttelt  jeden  Säumigen  aus  und  gebt  Eure  Stimme  de»  Kandidaten  der  Sozialdemokratie:

Schriftsteller  Eduard  Bernstein,

Mechaniker  Richard  Gabriel.

Die  Wahl  findet  statt  am
Sonnabend,  den  2.November,  von  vormittags  11  bis  abends  8  Uhr.
Ihr  Wahllokal  befindet  sich:
bderssir.  S,  Turnhalle  der  Gemeindeschule.
Ufer  nicht  bis  8  ühr  im  Aahllokal  anwesend  Mt,  geht  feines  Wahlrechts  verlustig.
Als  srgitiraation  bringe  ein  jeder  die  mm  Magistrat  zugesandte  Whlrrkarle  mit,  wes  nicht  in  den  fiept;  einer
laschn,  gelangt  ist,  der  uersrhe  pch  mit  einer  grniigendrn  anderen  fegitiinntion  |Strnrr;rttrl,  lüüitärpnpirrr  usw.j.
Wahlberechtigt  ist  jeder,  der  i»  der  im  August  v.  I.  a»sgestellte»  Wählerliste  dieses
Bezirks  eingetragen  ist,  auch  wen»  er  während  dieser  Zeit  auS  dem  Bezirk  verzogen  ist.
Das  sozialdemokratische  Wahlkomitee.

Freitag,  den  1.  November,  abends  8  Uhr:
8  öfjentl.  Komtnunaiwähier-Versamttilungen
in  Obit’s  Westfalen,  ffleiningerftr.  8;
Cindenparh,  FjauptUr.  13;  Whelmshof.  Ebersltr.  80.
Tagesordnung:
Die  Aufgaben  der  Sozialdemokratie  in  der  Gemeinde.
Referenten:
Stadtverordn.  DttjtSnl-Berlin;  Stadlverordn.  Schubert-Berlin;  Reichstagsabgeordn  2tlde»»BerIin.
Zum  Besuche  einer  dieser.  Versammlungen  sind  Sie  hiermit  freundlichst  eingeladen.,  "Wf8
V.randvottlich:  Ae  kl  WoIIer  mann.  SchSnedere.  Martin  Lulhrrsir.  HO.  —  Druck:  Ar-rw.i.tü  «uchdu/tsnei  uild  BerlohSr,nilalt  Baut  k.in^er  fi  ^04'JBi'tün  SWlW.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.