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Doch ward das Mandat Gabriels, da er kein Lausbesitzer war, der Bezirk
aber einen Lausbesitzer wählen sollte, dessen bürgerlichem Gegenkandidaten
zuerkannt, der knapp ein Drittel der Stimmen erhalten hatte, die auch
für Gabriel abgegeben waren.
Die drei nächst großen Orte des Wahlkreises: Groß-Lichtcrfeldc,
Steglitz, Wilmersdorf sind, obwohl es in ihnen an Arbeitern nicht fehlt,
der Sozialdemokratie direkt ungünstig. Dasselbe gilt von dem unweit
Lichterfelde gelegenen Villenort Zehlendorf. In diesen Ortschaften stellen
das wohlhabende Bürgertum mit seinem Anhang, die bessergestellte
Beamtenschaft und allerhand sonstige von der Sozialdemokratie nur
ausnahmsweise zu erfassende Elemente die Mehrheit der Wählerschaft.
So konnte denn bisher einzig in Steglitz Einzug in die Gemeindevertretung
erkämpft werden. Änd selbst dort erst für einen Sozialdemokraten,
während bei der Reichstagswahl von 1903 ebendaselbst über 48 Prozent
der abgegebenen Stimmen — 1981 von 4296 — auf die Sozialdemokratie
entfielen.
Ein ganz anderes Bild gewinnen wir, wenn wir uns einer zweiteir
Gruppe von größeren Ortschaften des Kreises zuwenden, von denen zwei
weiter hinaus im Südwesten, vier im Südosten Berlins liegen. Diese
Orte konnten sich im Jahre 1905 darin Rixdorf an die Seite stellen, daß
auch in ihnen die Sozialdemokratie über alle Mandate der dritten Wählerklasse
verfügte. Es waren dies:
Gesamtvertretung Sozialdemokraten
Adlershof
12
4
Britz
12
4
Köpenick
36
12
Johannisthal
9
3
Nowawes
18
6
Teltow
12
4
In Markgrafpieske (Kreis Beeskow-Storkow) gehörten von 18 Sitzen
5, in Trebbin von 18, in Krausnick (wie vorher) und in Treptow-Baumschulenwcg
von je 12 Sitzen 3 der Sozialdemokratie. Je zwei sozialdemokratische
Gemeindevertreter hatten die Orte Alt-Glienicke, Ruhlsdorf
und Zernsdorf, und je einen außer dem schon erwähnten Steglitz noch
Dahlewitz, Deutsch-Wusterhausen, Groß-Besten, Ketschendorf, Klein-Besten,
Marienfelde, Ren-Zittau, Rauen, Schenkendorf bei Großbeeren und
Schenkendorf bei Königs-Wusterhausen.
Interessant ist, daß gerade in den kleineren der aufgezählten Gemeinden
sozialdemokratische Mandate in der zweiten Wählerklasse erkämpft wurden,
nämlich zwei in Markgrafpieske und je eines in Krausnick und Ren-Zittau.
Und ferner ist cs der Erwähnung wert, daß in nicht weniger als 11 dieser
27 Orte des Wahlkreises die Sozialdemokratie in der Lage war, die widersinnige
reaktionäre Bestimmung, wonach die Lälfte der Gemeindevertreter
Lausbesitzer sein müssen, durch Aufstellung von solchen zunichte zu
machen. So hatte Rixdorf nicht weniger als 10, Köpenick 6, Charlottenburg 5,
hatten Adlershof, Krausnick, Markgrafpieske, Nowawes und Schöneberg
je 3, Britz, Johannisthal, Teltow je 2 und Alt-Glienicke, Steglitz, Trebbin,
Treptow-Baumschulenweg und Zernsdorf je einen sozialdemokratischen