Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

279

Bericht  der  Kommission
für  das  Quartal  19
Bezirk  oder  Branche  -  -  -  —

Die  3Commission  zählte  in  der  öBerichfszeif  QKilglieder.
Die  3Commission  hielt  geschäftliche  und  Werkstatt-Sitzungen
  ab.
Zöerhsfäffen  wurden  eingeladen.
Zöerksfätfen  hallen  der  (Einladung  täolge  geleistet.
3n  den  erschienenen  Zöerhsfäffen  waren  3CoIfegen  beschäftigt;
daoon  gehörten  dem  Verbände  und  _  anderen
(Organisationen,  an.
oJn  den  Sitzungen  erschienen  SfCollegen;  daoon  waren
3KitgIieder  des  Verbandes  und  nicht  organisiert.
Die  3Commission  hielt  ferner  Z^erfrauensmänner-Zöersammlungan
  und  QKi/glieder-  ZDersammlungen  ab.
Die  3Commission  hat  QKassregelungsSälfe  geprüft  und
„..in  der  Züerwal/ungs-Sitzung  befürwortet.
eintrage  an  die  Schlich/ungshommission  sind  mal  eingereicht
und  die  Zöorarbeifen  dazu  erledigf  worden.
effndere  Werkstatt-Streiks  und  -Differenzen  waren  —  zu  verzeichnen ­
  und  zwar.  ...mit  und  ohne  tärbeifsniederlegung.
B&rlin,  den

tynhtscAzift:^

Arbeiterschaft  freilich  sehr
viel  besser  organisiert  und
entsprechend  besser  vorbereitet ­
  an,  als  seine  Vorgänger.
Aber  die  Massen,  die  nun
zu  unterstützen  waren,  hatten
ebenfalls  zugenommen.
Wieder  erging  daher
in  großen  Versammlungen
der  Aufruf  an  die  Behörden, ­
  helfend  einzugreifen,
und  wieder  verlegten  sich
diese  aufs  hinausschieben.
Da  veranstaltete,  nachdem
eine  Amfrage  die  Existenz
von  mindestens  50000  Arbeitslosen ­
  festgestellt  hatte,
die  Richtigkeit  dieser  Zahl
aber  bestritten  worden  war,
die  Gewerkschaftskommission ­
  eine  eigene  Arbeitslosenzählung, ­
  und  zwar
diesmal  eine  genaue  Aufnahme ­
  durch  Feststellung,
auf  Grund  von  Zählkarten,
von  Laus  zu  Laus.  Sie
ward  auf  Sonntag,  den
1.  Februar  1902,  angesetzt,
und  an  die  in  Partei  und
Gewerkschaften  organisierten ­
  Arbeiter  Berlins  erging
der  Ruf,  sich  für  die  Zählungsarbeit ­
  in  den  Dienst
der  Allgemeinheit  zu  stellen.
Er  fand  im  vollsten  Maße
Gehör.  So  viele  Kräfte  stellten  sich  für  das  Austragen  und  Einsammeln  der
Zählkarten  bereit,  daß  am  Sonntag,  den  26.  Januar  1902,  550  000  Zählkarten
von  gegen  13000  organisierten  Arbeitern  in  ganz  kurzer  Zeit  in  die  Wohnungen
getragen  waren,  und  ebenso  prompt  erfolgte  am  Sonntag  den  2.  Februar
die  Abholung.  In  der  Mehrzahl  der  Bezirke  war,  dank  der  massenhaften
Meldungen,  der  Dienst  so  gut  organisiert,  daß  auf  den  Einzelnen  nur
zwei  Läuser  zur  Besorgung  kamen.  Am  so  besser  fiel  natürlich  diese  aus.
In  Berlin  ohne  Vororte  waren  9375  gewerkschaftlich  organisierte  Arbeiter
bei  ihr  tätig,  daoon  rund  2800  Metallarbeiter,  2000  Lolzarbeiter,  1600
baugewerbliche  Arbeiter,  600  Buchdrucker  und  Fachgenossen,  500  Buchbinderei- ­
  und  Lederarbeiter,  450  Bekleidungsarbeiter,  280  Handels-  und
Transportarbeiter  und  gegen  100  Kaufleute  und  Buchhalter.  Von  den
Mitwirkenden,  welche  die  Vororte  gestellt  hatten,  sowie  den  nur  politisch
organisierten  Mitwirkenden  konnte  eine  genaue  Feststellung  der  Berufe

Qivi  die  O^-mä-nn^r.!
Ein  solcher  Bericht  ist  bei  jedem  Quartalsschluss  an  das  Bureau  abzuliefern.
Der  Bericht  wird  in  2  Exemplaren  ausgefüllt.  Den  einen  Bericht  behält  der
Obmann.  Er  verliest  ihn  in  der  Vertrauensmänner-  oder  Branchenversammlung:.
Bis  zur  nächsten  Versammlung  bekommt  ihn  der  Schriftführer  der  betreffenden
Versammlung;,  damit  die  Angaben  richtig  im  Protokoll  aufgenommen  werden  können.
Nachher  muss  der  Schriftführer  den  Berscht  an  den  Obmann  zurückgeben,  der  ihn
zu  seinem  Gebrauch  aufbewahrt.
Die  Namen  der  an  den  Differenzen  beteiligten  Betriebe  und  andere  L
merkungen  können  auf  die  Rückseite  des  Berichtszettels  geschrieben  werden.
Deutscher  Ijolaarbelter'Verband,  Ortsverwaltung  Berlin.

127.  Berichterstattungsformular  des  Deutschen
Lolzarbeiter-Verbandes
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.