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ihren Höhepunkt schon überschritten, war aber doch noch nicht überwunden.
And so verband die Gewerkschaftskommission mit anderen Erhebungen, die
sie damals veranstaltete, eine solche über den für gewöhnlich im Jahres--verlauf
sich vollziehenden Wechsel von Arbeitsgelegenheit und Arbeitsmangel
und das Iahresmaximum von Beschäftigungslosigkeit in den einzelnen
Gewerben. Mit geringen Mitteln unternommen und angesichts der
damaligen verhältnismäßig bescheidenen Mitgliederzahl der Gewerkschaften
nur auf eine Minderheit der Arbeiter beschränkt, konnte die Statistik in
letzterer Hinsicht nur erst zu Annäherungswerten gelangen. Indes war den
Schriftführern der Gewerkschaften ans Herz gelegt worden, sich bei Beantwortung
der von der Kommission aufgesetzten Fragebogen in ihren Abschätzungen
der größten Gewissenhaftigkeit zu befleißigen, und hinsichtlich
des ersten Punktes waren die Gewerkschaften sicher die sachverständigste
Auskunstsstelle. So haben denn die auf Seite 30 bis 37 des Berichts
für das zweite Halbjahr 1894 abgedruckten Tabellen in ihrer Eigenart
immerhin einen Vergleichswert. Die Prozentzahlen für die Monate der
stärksten Arbeitslosigkeit des Jahres steigen nach ihnen von ganz niedrigen
Sätzen bei den Angehörigen der graphischen Berufe und einiger Verkehrsgewerbe,
für die sich die Arbeitsgelegenheit das ganze Jahr über ziemlich
gleichmäßig verteilt, auf Sätze bis über 40 Prozent in der Bekleidungsindustrie
(wobei von der Schneiderei wegen der unkontrollierbaren Hausindustrie keine
Zahl angegeben wurde) und bis zu 90 und 100 Prozent im Baugewerbe.
Auch im Jahre 1895 wurde — neben andern sehr interessanten statistischen
Erhebungen, von denen insbesondere eine Statistik über Löhnungsart, Lohnhöhe
und Arbeitszeit betont zu werden verdient, die im Bericht für die
zweite Hälfte jenes Jahres auf Seite 53 bis 65 abgedruckt ist — der Grad
der Arbeitslosigkeit festzustellen gesucht. Anter Mitheranziehung der Berichte
der Krankenkassen wurde ermittelt, daß in den Gewerben, die sich an
der Erhebung beteiligten — acht hatten die Feststellung ihrer Arbeitslosen
für unmöglich erklärt — im Sommer 18 175 und im Winter 27 533 Arbeitslose
waren, was einen Durchschnitt von 19 Prozent der Beschäftigten ergab.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die Erhebung des Jahres 1897, die deshalb
erwähnenswert ist, weil sie in Ausführlichkeit und Methodik einen
bemerkenswerten Fortschritt zu erkennen gibt. Schon der erste Blick auf
das Kapitel „Statistik" im Jahresbericht 1897 zeigt, daß nun mit ganz
anderer Erfahrung, mit ganz andern Informationsquellen und auch mit
ganz andern finanziellen Mitteln gearbeitet wird, als in den früheren Jahren.
Der zusammenfassende Abschnitt des Kapitels gibt kein bestimmtes Zahlenverhältnis
der Arbeitslosen zu den Arbeitsfähigen an. Er rechnet nur aus,
daß, obwohl man sich unzweifelhaft in einer aufsteigenden Konjunktur
befinde, die Zahl der Arbeitslosen doch nicht erheblich geringer sein könne
als 1895, wobei er allerdings auch den Zuzug von außerhalb mit in
Rechnung stellt. Im nächstfolgenden Jahr 1898, das eine weitere Hebung
des Geschäftsganges brachte, verlor sich das Interesse an dieser Frage.
Für 1898, 1899, 1900, die Jahre großer Geschäftstätigkeit waren, fehlt in
den Berichten jede Bezugnahme auf die Arbeitslosenfrage.
Daftir wurde sie im Jahre 1901 von neuem brennend. Mit großer
Heftigkeit stellte sich erst eine Geldkrise und im Anschluß an sie alsdann
auch starker Geschäftsdruck mit Arbeitcrentlassungen ein. Er traf die