Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

Dies«-  Blatt  erscheint  wöchentlich  einmal,  wird  den
organisirten  Schneidern  und  Schneiderinnen  gratis
zugestellt,  lieg«  in  über  500  Restaurants  init
Schneiderverkehr  aus  und  wird  in  allen  Versammlungen
verbreitet.

Anzeigen-Watt

der

Inserate:  Die  btzrspälten»  Petilzeile  oder^  deren
Raum  25  Pf.  Bei  mehrmaliger  Aufgabe  entsprechender
Rabatt.  Aufträge  werden  entgegengenommen:  Vorm,
non  8—1  Uhr  un  CeittralarbeitsnachweiS-  und  AuS»
kunstS-Bureau  der  Schneider  u.  Schneiderinnen  Berk..
Alte  Jakobstr.  83,  Rest.  Pasch,  bei  Albert  Aon  des.

Maeitfet  ums  Sdmetdeciaaea

Herlins  und  Umgegend.

Ubonnem-ntSpreis  pro  Quartal  frei  ins  75  Pf.,  pro  Monat  30  Pf.
Abonnemmts  nimmt  rntgcgrn:  A.  Zondrr,  Alte  Jalob-Strasr  83,  Restaurant  Pasch,  Borm.  van  8—1  Uhr.

II.  Jahrgang.

Berlin,  Sonnabtnb,  de»  25.  Januar  1896.

Nr.  4.

Kollegen!  Kollkginnen!  Verbreitet  dieses  f  latt  überall  in  Euren  Kreisen  und  ngitirl  s.  d.  Besuch  d.  Nersannnlungen!

12  große  öffentl.  Versammlungen
der
Mantelnäherinncii,  Bügler,  Zuschneider,  Stepper.  Stepperinnen,  Kinderkonfektions-Nätzcnnnen,
  Herrenkonfektions-Schneider  und  -Näherinnen,  sowie  Schneider  und
Näherinnen  aller  Branchen  der  Konfektion«  -  Industrie
W  am  Montag,  den  3.  Februar,  Abends  8  Uhr.  "VE
Für  den  Osten:  Nicft's  Festsälc,  Wcbcrstr.  17.
Für  C-ntmm:  Englischer  Garten^  Al^anderstr.  27  e.
Für  den  Nord-Osten:  Paster's  Gescllschaftshaus,  Nene  Königstr.  7.
Für  den  Süd-Osten:  Sanssouci,  Kottbuscrstr.  4s  und
Märkischer  Hos,  Admiralstraße  l8o.
Für  den  Westen:  Kvmgshvs,  Bülvwstr.  ?>7.
Für  den  Norden:  Brrtmer  PrM«.  7.
Slmticmunöcr  @csetlfd)aft0ljau0.  SrnmcmimOcrftc.  39  nn»
Criindel's  Fcstsäle,  Bmnnenstr.  188,
Für  Wedding-Gesund-  Köslincr  Hof,  Küslincrstr.  8.
brunnen:
Für  Moabit:  Arendt'sche  Brauerei,  Stromstr.  11—16.
Für  Rixdors:  Diktoria-Säle,  Hennannstr.  48—50.

Täges-Ordnung  in  allen  Versammlungen:
1.  Die  Ergebnisse  der  Verhandlungen  init  den  iionfektions.
Unternehmern,  Händlern  und  Meistern  und  unsere  Stellungnahme ­
  dazu.
2.  Diskussion  und  Beschlußfassung  darüber.
Die  Referenten  werden  in  den  Versammlungen  bekannt  gemacht.
Kollegen,  Kolleginnen'  Erscheint  in  den  Versammlungen  vollzählig.  Es  gilt,
darüber  -zu  entscheiden,  ob  Ihr  gewillt  seid,  in  eine  Lohnbewegung  einzutreten.
Die  Agitations-Kommission  der  Schneider  und  Schneiderinnen  Berlins.
Im  Auftrage:  Z.  tzimm,  Vertrauensmann.

Montag,  dc»  Z.  Februar
ist  der  Tag,  an  welchem  die  Entscheidung  getroffen
werden  soll,  ob  in  eine  Lohnbewegung  eingetreten
wird.  Die  Agitationskommission  der  Schneider  und
Schneiderinnen  Hot  den  Auftrag  der  letzten  großen
Versammlungen  ausgeführt  und  den  Unternehmern.
Händlern  und  Meistern  die  angenommenen  Forderunge« ­
  zugestellt:  in  den  bekannt,  gegebenen  Versammlungen ­
  wird  sie-über  doS  Ergebniß  der  gepflogenen ­
  Verhandlungen,  zu  denen  sie  beauftragt
wurde.  Bericht  erstatten.
Wir  glauben  nicht  nöthig  zu  haben,  die  Kollegen
und  Kolleginnen  noch  besonders  daran  zu  erinnern,
daß  e8  ihre  Pflicht  ist.  in  diesen  Versammlungen
zu  erscheinen,  um  mit  zu  berathen  und  mit  zu
bestimmen,  was  geschehen  soll.  Es  ist  weiter  ihre
Pflicht,  alle  Säumigen,  alle  Gleichgültigen  wachznrütteln.
  damit  sie  die  zu  ihrem  eigenen  Wohle
dienenden  Bestrebungen  unterstützen.  Laßt  Euch
nicht  abhalten  von  Jenen,  die  ans  wohlberechneiem
Jntereffe  die  Forderungen  als  undurchführbar  hinstellen. ­
  die  mit  der  Hungerpeitsche  drohen,  wenn
Ihr  Euch  nicht  fügt.  Tretet.  ein  in  den  Kampf
mit  dem  Gedanken,  daß  Ihr  Euer  gutes  Recht  aus
menschenwürdige  Existenz  verfechtet.  Müßt  Ihr
in  der  schlechten  Zeit  wochenlang,  monatelang ­
  hungern,  vergebens  um  Arbeit  betteln,
so  könnt  Ihr  jetzt,  wo  es  sich  darum  handelt,
bessere  Zustände  zu  erringen,  einige  Wochen
Ovfermulh  bezeugen,  um  die  Forderungen
durchzusetzen.  Geschloffenheit  führt  zum  Sieg.

Rur  die  in  diesem  Blatt  bekannt  gegebenen
Versammlungen  sind  von  der  beauftragten  Agitationskommission
  einberufen.  Es  wird  in  dem  bevorstehenden ­
  Kampfe  nicht  an  Leuten  fehlen,  welche
die  einheitliche  Bewegung  zu  zerstören  suchen  und
bewußt  oder  unbewußt  wie  immer  im  Interesse  der
Unternehmer  handeln.  Die  beste  Antwort  darauf
ist.  daß-  man  solchen  Veranstaltungen  fern  bleibt.
Die  Anfnahmclisten  de«  Verbandes  deutscher
Schneider  und  Schneiderinnen  sind  weiß,  ebenso
die'  Sammellisten,  der  Agilationskommission.  Wir
bitten  dieses  zu  beachten,  weil  ander«  Sammlungen
als  gestempelte  Bons  u-  s.  w.  nicht  von  uns  ausgehen.
Durch  Kampf  zum  Sieg!
Die  Agitations-Kommission
der  Schneider  und  Schneiderinnen  Berlins.

Unsere  Forderungen  und  der  „Sun-,
fckttonär."
Der  „Konfektionär"  ist  bekanntlich  das  Interessen-Organ ­
  der  Unternehmer  und  Händler  der
Konfektions-Industrie.  Dieses  Blatt  hat  also  den
Profit  der  großen  und  größten  Kapitalisten  -wahrzunehmen. ­
  Das  hindert  den  Konfektionär  aber
nicht,  ab  und  zu  auch  einmal  die  soziale  Lage  der
Schneider  und  Näherinnen  zu  beleuchten,  allerdings
nur  dann,  wenn  es  höchst  ungefährlich  ist.  Die
Unternehmer  schlagen  dann  gleich  zwei  Fliegen  mit
einer-  Klappe:  sie  wahren  ihr  Kapitalinfereffe  und
geben  sich  einen  sentimentalen  arbeUerfrcundlichen
Anstrich.

So  schreibt  noch  der  „Konfektionär"  im  vorigen
Jahre  folgendes:  „Die  Mäntelnäherin  verdiente
früher  viel:  augenblicklich  aber  giebt  es  für  ein
Jcnzget  nur  noch  90  Pf.,  oft  noch  weniger,  für
einen  Regenmantel  l.25  M.';  und  an  anderer
Stklle:  „Die  Frauenarbeit  ist  von  jeher  schlecht
be^hlt  worden,  selten  waren  aber  die  Löhne  so
gesunken  wie  jetzt."
Im  Anschluß  hieran  heißt  es  dann:  „Eine
allgemeine  Lohnerhöhung  könnte  nur  durcbgeführt
weiden,  wenn  unsere  Geschäftsinhaber  wüßten,  daß
Niemand  billiger  arbeitet,  daß  ein  einheitlicher
Minimal-Arbeltstarif  bestehe.  Dann  würden
sic  gewiß  gern  bereit  sein,  höhere  Löhne  zu  bewilligen,
denn  alsdann  müßte  auch  der  Preis  für  das  fertige
Fabrikat  steigen,  den  durchzusetzen,  unter  den
obwaltenden  Umständen  nicht  gar  zu  schwer  wäre."
Jetzt  rückt  der  Termin  heran,  wo  die  Verwirklichung ­
  dieser  Forderungen  erstrebt  werden  soll.
Die  logische  Konsequenz  der  obigen  Ausführungen
wäre,  daß  auch  die  Unternehmer  mit  aller  Macht
i  VW  '^  -vcVernnrun  unterstützen  MÜsit>2'.
f  ans  feuert  3fce(fcn  sa)un  &(latmen  laut,  baß  (Id)
die  Anfertigung  der  Stapclfachen  kaum  noch  verlohne, ­
  weil  die  Preise  so  heruntergedrückt  sind.
So  konsequent  sind  die  Unternehmer  aber  nicht,
denn  „zwei  Seelen  wohnen  ach  in  einer  Brust".
Wenn  auch  die  elenden  Zustände  dkr  Konfektionsschneider ­
  und  Näherinnen  eine  deutliche  Sprache
reden,  so  wird  sie  übertönt  von  dem  keifenden
Schrei:  Profit!  Profit!
Wuthentbrannt  'über  den  imposanten  Ausfall
unserer  letzten  Versammlungen  speit  der  „Konfektionä  "
Gilt  und  Galle.  Daß  er  die  im  Vordergründe
der  Bewegung  stehenden  Kollegen  mit  allerhand
Ehrentitel  belegt,  ist  aus  der  jetzigen  unbequemen
Verlegenheitsstimmung  einigermaßen  begreiflich  und
genirt  weiter  nicht.  Die  Zahl  der  Versammelten
wird  vorsichtiger  Weise  auf  nur  5000  angegeben,
während  die  Lokale  Sanssouci  und  Keller,  die  bis
ans  den  letzten  Platz  besetzt,  allein  schon  5000
Personen  fasten.  Die  seltene  Einigkeit  in  der
Beschlußfassung  soll  dadurch  beeinträchtigt  werden,
daß  einige  Zwischenmeistcr  und  Meisterinnen  dagegen
opponirten.  Diese  werden  natürlich  als  „Arbeiter"
ausgespielt.  Es  wird  dann  noch  über  große  „Unruhe" ­
  und  heftige  Opposition  gegen  die  aufgestellten
Forderungen  berichtet.  Der  Bericht  läßt  aber
deutlich  die  unangenehme  Situation  der  Unternehmer ­
  erkennen.  Nun,  sie  können  beruhigt  sein,
der  einmal  beschrittene  Weg  wird  weiter  verfolg
bis  die  zu  einer  menschenwürdigen  Existenz  erforderlichen ­
  minimalen  Forderungen  bewilligt  sind.
An's  werk.
Die  organisirten  Schneider  und  Näherinnen
Deutschlands  haben  die  zum  Besten  der  Konfektionsarhciterschast
  bereits  im  vorigen  Jahre  eingeleitete
Bewegung  einen  weiteren,  entscheidenden  Schritt
vorwärts  geführt.  Gemäß  der  Anregungen  und
Beschlüsse  der  Berliner  Konferenz  vom.  13.  Januar
und  der  Erfurter  Konferenz  vom  24.  und  25.  November ­
  1895  fanden  am  letzten  Montag  in  fast
allen  Mittelpunkten  der  Konfektionsindustrie  große
öffentliche  Versammlungen  statt,  in  welchen  die
Arbeiter  und  Arbeiterinnen  der  Branche  Äe  Errichtung ­
  von  Betriebswerksiätien  und  die  Einführung
fester  Lohntarife  forderten.  Die  Forderungen
kommen  dem  Unternehmerthum  nicht  überraschend,
die.  gewerkschaftliche  Aktion  bedeutet  ihm  keine
Ueberrumpelung.  Bereits  im  Januar  vorigen
Jahres  erklärten  die  Vertreter  der  Konfektionsarbesterschaft ­
  die  Errichtung  von  Betriebswerkstätten
für  eine  dringend  nöthige  Reform,  und  die  Massenversammlungen ­
  vom  6.  Mai  pflichteten  durchaus
dieser  Ansicht  bei,  ließen  den  Konfektionären  ihre
diesbezügliche  Forderung  zur  -  Kenntniß  bringen
und  setzten  den  1.  Februar  1696  als  Termin  für
die  Einführung,  der  Neuerung  fest.  Was  aber

das  Verlangen  nach  höheren  Lohnen  und  festen
Lohntarifen  anbetrifft,  so  ist  es  seit  Jahren  nie
verstummt,  hier  und  da.  nun  und  jetzt  wieder  und
wieder  formulirt  worden.
In  brennender  Dringlichkeit  wachsen,  die  er»
hobenen  beiden  Forderungen  ans  den  Arbeitsbedingungen ­
  der  Konfektionsarbeiterschaft  hervor;
aus  Arbeitsbedingungen,  welche  mit  eisernein.  Druck
die  Lebenshaltung  vieler  Zchntausende  auf  einem
denkbar  niedrigen,  kiilturunwürdigen  Niveau  festklammern. ­
  Und-  bieSi  während  einer  Handvoll
Konfektionären  millionenrcicher  Gewinn  zufällt,  eine
mehr  als  auskömmliche  Existenz  anderen  ihres*
gleichen,  milfammt  einer  Anzahl  besonders  geriebener
Zwischenmeistcr.  Welches  sind  denn  die  vor»
stechendsten  Züge  dieser  Arbeitsbedingungen?
Löhne,  die  an  der  Hungergrenze  hin-  und  her»
pendeln  und  sehr  oft  unter  dieselbe  sinken.  Eia
nicht  bloß  kärglicher,  sondern  im  höchsten  Grade
unsicherer  und  unregelmäßiger  Verdienst,  der  ausbleibt ­
  und  sDwankt,  je  nach  der  Saison,  den
Mlri-tito-.r.dtniffeu  und  dem  willkllrULeu  Bel'Herr
1  bet  Stonfcttionäie  unb  ßmifrijfant  elfter.  &n  an’
haltendes  Sinken  der  Löhne,  ganz  besonders  iu
Folge  der  unheilvollen  Rolle,  welche  der  Schwitzer
als  Werkzeug  der  Ausbeutung  und  Ausbeuter
spielt.  Ungemeffen  lange  und  ungeregelte  Arbeitsdauer. ­
  ohne  feste  Abgrenzung  der  Zeit  für  Essen,
Schlafen,  Erholung  und  Erfüllung  der  Aufgaben
gegenüber  Familie,  Klaffe,  Gesellschaft.  .  Eine
Beschlagnahme  der  Nachtstunden,  der  Sonn-  und
Feiertage  während-der  Saison,  ein  fast  oder  ganz
vollständiges  Feiern  während  der  Flaue.  Als  Zugabe ­
  zu  diesen  Herrlichkeiten  kapitalistischer  Ordnung
aber  die  Frohn  in  Räumlichkeiten,  die  in  der  Regel
gleichzeitig  Werkstatt,  .  Wohnung,  Schlafzimmer,
Küche,  Waschhaus  sind,  eventuell  auch  Kranken-,
Geburts-und  Sterbezimmer:  die  Frohn  unter  Verhältnissen. ­
  welche  allen  Anforderungen  der  Hygiene
Hohn  sprechen,  direkte  Ursache  oder  fruchtbarer
Nährboden  körperlicher  Leiden  sind,  welche  Gesundheit ­
  und  Lebenskraft  vorzeiffg.brechen.  Es  mangelt
der  dürftige  gesetzliche  Schutz  gegen  übermäßige
Ausbeutung,  es  mangelt  die  geringfügige  staatliche
Hilfe  im  Falle  von  Krankheit,  Alter,  Unglücksfall.
Schutz  und  Hilfe,  auf  die  das  Fabrikproletariat
rechtlichen  Anspruch  hat.  Statt  deren  für  die
Konsektionsarbeiter  dafern  sie,  Heimarbeiter
sind  der  Zwang,  einen  Theil  der  Betriebskosten
ans  dem  eigenen  schmalen  Beutel  z»  decken.
Auf  ErwerbSverhältniffen  jämmerlichster  Art
baut  sich  für  die  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  der
Konfektion  eine  Existenz  jämmerlichster  Art  auf.
Tagtäglich  schreibt  die  äußerste,  Leib  und  Leben
schädigende  Dürftigkeit  den  Küchenzettel,  stets  hockt
die  graue  Sorge  gespenstig  am  häuslichen  Herde,
sehr  oft  tritt  der  Hunger  über  die  Schwelle  des
armseligen  Heims.  Die  Erwerbsarbeit  saugt  jede
Minute  Zeit,  jedes  Tröpfchen  Kraft  auf,  verwandelt
Menschen,  fühlende,  denkende,  sich  sehnende  Men-»
scheu  in  ArbeitSmaschinen.  regelt  warmes,  menschliches ­
  Leben  nach  der  Nadel  Stich.  Wochenlang
kein  ordentliches  Ausspannen  ,und  gründliches  Ausruhen, ­
  keine  Möglichkeit,  frischen  Geistes  und  fröhlichen ­
  Herzens  den  Seinigen  zu  leben,  den  Freunden, ­
  den-  sozialen  Pflichten,  sich  selbst;  leine
Möglichkeit  zu  bescheidener  Erholung,  zur  Befriedigung ­
  des  vielleicht  heiß  emporquellenden  BildungSdranges.
  Und  das  vereinzelte  Schaffen,  ohne  stete
Berührung  und  innige  Fühlung  mit  größeren
Gruppen  von  Arbeits-  und  LeidenSgenoffen  läßt
das  Elend  als  individuell  lastendes  Verhängniß
auffassen,  hindert  die  Erkenntniß  der  wirthschaftljchen
  Wurzeln  der'  Noth,  die  Erkenntniß  der
Klaffenlage  und  -des  Klasscnintereffes.  hemmt  die
Entwickelung  des  'sittlich  erneuernden  und  stä'rkeriden
SoUdaritätLgefühls,  das  Bewußtsein  von  der  unabwendbaren ­
  Nothwendigkeit  des  Klaffenkampfes.,
üumme,  dumpfe,  verzweifelnde  Resignation  herrscht

139.  Titelseite  einer  Nummer  des  Anzeigen-Blattes  der  Schneiderund  Schneiderinnen'^Berlins  mit  den  programmatischen  Forderungen
der  Schneider  und  Schneiderinnen
            
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