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Arbeiter selbst nunmehr in
noch einzuberufendenVolks-Versammlungen
dieses gutzuheißen
hätten, bevor der
Friede proklamiert werde.
Bei weitem nicht alle
Arbeiter nahmen diese Mitteilung
als eine Weihnachtsgabe
entgegen. Eine
starke Minderheit fand die
Zugeständnisse durchaus ungenügend,
und sie ward in
dieserEmpfindung nochdurch
die Hetzereien von Leuten bestärkt,
die an der Fortsetzung
des Krieges ein geschäftliches
Interesse hatten. Schon in
der Versammlung der ausgesperrten
Brauer und Brauereihilfsarbeiter, in der am 27. Dezember Paul
Singer die Friedensabmachungen verlas und ihre Bedeutung darlegte, machte
sich lebhafte Opposition geltend, deren Lauptwortführer wieder der Brauereiarbeiter
Schneider war; indes ward es Singer nicht schwer, die gegen
den Friedensabschluß vorgebrachten Einwände zu entkräften, und so wurden
zwei gegen den Abschluß gerichtete Resolutionen, die von Brauern beantragt
waren, schließlich abgelehnt. Nicht minder heiß ging es in der
Mehrzahl der 16 Volksversammlungen zu, die auf den folgenden Abend,
den 28. Dezember, einberufen waren, um über die Friedensabmachungen zu
beschließen. In verschiedenen davon sah es zeitweilig so aus, als ob
sich eine Mehrheit gegen den Vorschlag der Boykottkommission erklären
werde, und in einer — Charlottenburg — ward dieser in der Tat mit
kleiner Mehrheit abgelehnt, während im ersten Wahlkreis und in Nixdorf
nach heftigen Debatten die Beschlußfassung auf einen folgenden Abend vertagt
wurde. Kein Vorwurf, fast keine Verdächtigung blieb den Mitgliedern
der Kommission erspart. „Icberrumpelt" und „heimliche Abkartung" war
noch das geringste, was ihnen vorgeworfen wurde. Die Friedensbedingungen
wurden als „wertlos", als Protokollierung der „Niederlage" der Arbeiter,
das Friedensprotokoll als ein „Wisch" bezeichnet. Die Bedingungen seien
das Papier nicht wert, worauf sie ständen, das Statut des Arbeitsnachweises
ward als „Lockspeise für die Ausgesperrten" als „hinterhältig" und dergleichen
hingestellt. Selbst Rufe wie „Verrat" und „Judasse" fehlten nicht,
und bitter ward den ausgesperrten Brauern verargt, daß sie sich von ihrem
Widerspruch gegen den Friedensschluß hätten abbringen lassen. Indes die
Referenten — Augustin, Auer, Faber, R. Fischer, Pansen, Kiesel, Ledebour,
Mattutat, Millarg, Näther, Pfannkuch, Rob. Schmidt, Singer, Täterow,
Vogtherr, G. Wagner und Zubeil — blieben denen, die so sprachen, die Antwort
nicht schuldig. Sie gaben ihnen ein ungeschminktes Bild vom Stand
der Dinge, wiesen nach, daß bei den gegebenen Machtverhältnissen an eine
Besiegung der Ringbrauereien, die diese zur bedingungslosen Unterwerfung
notigen würde, nicht zu denken und infolgedessen auch eine Verlängerung
)n der letzten Zusammenkunft der ringfreien Brauereien
wurde folgender Beschluß gefaßl:
Oie Commission der Brauereiarbeiler wird beauftragt,
feftjustrllen. ob sämmtliche ringfreien Brauereien die im
September festgestellten Betrieb-, und Wohnbedingungen in
ihren Betrieben eingeführt Hadem Sollten sich Brauereien
finden, in denen die- nicht geschehen ist, so hat die Braurrclardelter-Lomiuisswn
der 6otikoll - Commission Bericht
■ji, erstatten.
Nie GmjNott-ttoinmifsion ist ermächtigt, nach Fest,
stellung der thatsächlichen Verhältnisse, wenn nöthig, den
betreffenden Brauereien eine christ von acht Tage» zur
Einführung dieser Bedingungen zu stellen und, fall- diese
Bedingungen dann noch nicht erfüllt werden, die Brauereien
aus der- Liste der ringfreien Brauereien auszuscheiden und
diese dann zu boijlioUirm.
167. Kontrollebeschluß