195 und 196. Sozialdemokratisches Flugblatt zur Nrwahl zum preußischen Landtag
gesetzlichen Mitteln, welche die heutige Verfassung, die
bestehenden Gesetze. Verordnungen und Zustände selbst
bieten. Die Sozialdemokratie ist gesetzlicher als der
Staat, besonnener alö die Verwaltung, gerechter
als Gerichte und Polizei! Sie will die preußischen
Landtagswahlcn trotz aller Schwierigkeiten benutzen, un,
bei den zahlreichen Gelegenheiten mitzusprechen, bei denen
i»n preußischen Landtage über daS
wirtschaftliche und geistige Wohl der
Bevölkerung
beraten und bisher in der volksfeindlichsten Weise ent
schieden worden ist. Preußen wäre heute nicht in der
ganze», Welt so verrufen wegen seiner Volksbcdrnrkung,
wenn die bürgerlichen Parteien von rechts bis links in
den mehr als fünfzig Jahren des Bestehens des Landtags
als ..Volksvertretung", nur das mindeste ernsthaft für das
Dc-lkswohk getan hätten.
In jeden, Urwnhlbezirk Berlins treten nun bei dieser
Wahl unsere Parteigenossen mit sozialdcrnokratischen Wahl,
nwnnern in die Schranken; heran aus Werkstatt und
Fabrik, ans Comtoir und Laden. Furchtlos tretet zur
Abstimmung und wählt am 12. November die
Anhänger der Toziuldeniokratie,
der einzigen Partei, welche millionenstinttnig »»Wirklichkeit
das deutsche und preußische Volk vertritt.
Ihr aber. Parteigenossen, die Ihr Euch zu der freien,
sozialistischen Weltanschauung durchgerungen habt, die Ihr
weder Herren noch Knechte wollt, an Euch ergeht nochmals
Eurer Beauftragten Mahnung:
Wirkt n»»d agitiert all »"»berall, damit der
12. Novcnibcr gleichfalls ei» Siegcstag der
Berliner Sozialdemokratie werde.
Alle Kraft in dieser kurzen Spanne Zeit ein
gesetzt für die Wahl unserer Anhänger.
Es lebe das Volk! Nieder mit der Reaktion!
Fort mit de»n altersschwache»» Freisinn!
Vas sozialdemokratische Aahlkomilee.
Minke für die Makler.
Die Wahlhandlung beginnt für die dritte Abteilung pünktlich 2 Uhr nachmittags, für die zweite
Klasse um 6 Uhr und für die erste Klasse un, 6 Uhr. Zu spät Kommende -dürfen nur dann wählen, wenn die
Wahlhandlung ihrer Abteilung noch nicht geschlossen ist.
Also piinfÜirfjft Attv Steile sein und das Wahllokal nicht eher verlassen, bis die Wahlhandlung
geschlossen, also auch etwa notwendige Stichwahlen erledigt sind.
Ter Magistrat übersendet jedem Wähler eine Auffordernng, welche gleichzeitig als beste Legitimation
gilt, doch genügt auch der Cteucrzettcl oder Militärpaß. besser aber ist die magistratliche Aufforderung.
—• Die dritte Abteilung wählt zuerst. ■
dann die zwiile und jiiltfcl die erste Abteilung, Es mutz daher jeder Wühle, darauf achte«, welcher Abteilung
er zugehört.
W* Stimmzettel liegt bei
Sic Wahlmänner-Kandidaten sind stets richtig in dev Abteilung zu nennen, für welche dieselben auf-
geftellt fitld.
Nedaition und Verlag: Eugen Trnst. Berlin N., «ckerstrabe 62. — Vorwärts Buchdruckerei Paul Dinger & Eo.. Äerlin SW. 66.