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dank der Haltung der Vereinigten Liberalen (Nationalliberale und Freisinnige),
auch hier konservativ. Folgendes die Verteilung der Arwählerstimmen
im ganzen Kreis: ,. Klaffe 11. Klaffe in. Klaffe Insgesamt -
für sozialdemokratische Mahlmänner 63 i 509 31 808 33 380
„ liberale „ 814 1 539 2 326 4 679
„ konservative „ 1 255 3 923 10 307 15 485
Für die sozialdemokratischen Wahlmänner hatten mehr als doppelt so
viel Arwähler gestimmt als für konservative, !unt> über siebenmal so viel
als für liberale Wahlmänner. Von den insgesamt 2573 Wahlmännern
aber hatten bei der Abgeordnetenwahl die Konservativen 1010, die Liberalen
836 und die Sozialdemokraten nur 654. Diese Gruppierung hätte
es indes immer noch möglich gemacht, den Heimfall der beiden Mandate
des Kreises an die Konservativen zu verhindern, wenn die Liberalen sich
dazu hätten entschließen können, mit den Sozialdemokraten eine Vereinbamng
dahin zu treffen, daß jede der beiden Parteien für einen eigenen
Kandidaten und einen der andern Partei stimmte. Im Hinblick auf diese
Möglichkeit hatte einige Tage vor der Wahl, am 14. November, der Vorstand
des sozialdemokratischen Zentralwahlkomitees an den Wahlausschuß
der Vereinigten Liberalen einen Brief geschrieben, in dem es, nach einem
einleitenden Hinweis auf das Resultat der Arwahl, hieß:
„Wir sind nun bereit, auf Grund der Beschlüsse unserer Gesamtpartei
mit Ihnen in Verhandlungen über ein gemeinsames Vorgehen
einzutreten, und zwar würden wir für unser Eintreten zugunsten eines
Ihrer Kandidaten die Wahl eines sozialdemokratischen Abgeordneten
verlangen, während wir im Fall der Ablehnung dieser Forderung uns
bei der Stichwahl der Abstimmung enthalten würden."
Das war ebenso bündig wie offen und ehrlich, und Leute mit demokratischem
Empfinden hätten sich sagen müssen, daß derPartei, für die nahezu zweiDrittel
der Arwähler gestimmt hatten, das eine Mandat des Kreises von Rechts
wegen gebühre. Anders die Führer der Vereinigten Liberalen. Sie sandten
dem sozialdemokrattschen Zentralwahlkomitee folgende Antwort:
„Auf das gefällige Schreiben vom 14. d. M. erwidern wir Ihnen
ergebenst, daß unsere Wahlmänner auf die Namen der Leeren Justizrat
Reinbacher und Kammergerichtsrat Dr. Karsten gewählt sind, und daß
wir eine Änderung dieser Grundlage des ganzen Wahlkampfes vorzunehmen
nicht beabsichtigen.
Wir hoffen zuversichtlich, über die konservativen Gegner zu siegen,
und wir müssen der sozialdemokrattschen Partei die Verantwortung vor
den Wählern und dem preußischen Volk überlaffen, den Wahlkreis, der der
freiheitlichen Richtung mit Sicherheit erobert werden kann, fernerhin den
Reaktionären zu überlassen und dadurch namentlich auch der so dringend notwendigen
gerechten Reform des Wahlrechts ein Lindernis zu bereiten."
Mit anderen Worten, die Partei, für die noch nicht der zehnte Teil der
zur Wahl gegangenen Arwähler des Kreises gestimmt hatten, und die nur
ein Drittel der Wahlmänner verttat, reklamierte die beiden Mandate des
Kreises für sich und verlangte die bedingungslose Abstimmung der Sozialdemokraten
für ihre Kandidaten in dem gleichen Atemzuge, wo sie zu
verstehen gab, daß sie eher den Wahlkreis den von ihr selbst so bezeichneten
„Reaktionären" überlassen würde, ehe sie den billigen Vorschlag der Sozialdemokraten
auf Abtretung eines der zwei Mandate in Betracht zog. Eine