quellen beiden gemeinsam ist? Offenbar im Kapital, das dem
Staat als Steuer, der Wirtschaft als Rente zufließt, sich hier
akkumuliert und mit unwiderstehlicher Macht in die verschie-
denen Formen von Anlage- und Betriebskapital dringt, ohne
welche Einkleidung es sich ja nicht betätigen, erneuern und ver-
zınsen kann.
Liegt also hiernach das Problem Staat und Wirtschaft zu-
nächst in dem Oberbegriff Kapital, so verschiebt es sich gerade
dadurch auf eine andere Ebene, nämlich von der nationalen
auf die internationale Ebene; damit aber tritt eine andere Po-
larität in das Kraftfeld Staat und Wirtschaft ein, und zwar eine
solche, die beiden nicht gleichmäßig, sondern ungleich wesens-
verwandt ist; denn die internationale Ebene ist dem nationalen
Staatsbegriff antipathisch und entgegengesetzt, dem Kapital-
begriff und der reinen Privatwirtschaft aber durchaus sympa-
thisch und wesensverwandt. Der Kapitalismus harmoniert eben
mehr mit dem Internationalismus als mit dem Nationalismus.
Er braucht aber zu seiner Betätigung die national bewachte
Natur, die Lagerstätte, und so entsteht die große Frage: Wie
soll ein Staat einmal im Interesse seiner Souveränität, anderer-
seits im Interesse seiner Wirtschaft seine Lagerstättenpolitik ein-
richten? Voraussetzung für die Stellungnahme zu dieser Frage
ist natürlich eine möglichste Klarheit darüber, was denn ein
Staat und was andere Staaten überhaupt an Lagerstätten haben,
und in welcher Rangordnung diese miteinander konkurrie-
renden Lagerstätten bezüglich ihrer Bauwürdigkeit stehen.
So hängt unsere Lagerstätteninventur mit dem großen Kul-
turproblem Staat und Wirtschaft im ganzen zusammen! Im
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