Full text : Gesamtstaat, Dualismus und Pragmatische Sanktion

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cessionis,  verbunden  mit  Festsetzung  einer  «reciproca  successio
  beeder  lineen»,  unter  ausdrücklicher  Anerkennung
aller  bisherigen  Konventionen,  Dispositionen,  leges  und
consuetudines  der  Domus  Austriaca,  womit  unter  anderem
die  letztwilligen  Verfügungen  Ferdinands  II.  von  1621  und
1635  aufrechterhalten  wurden  L
Das  spanische  Erbe  wird  durch  den  öffentlichen  von  den
drei  Akten  an  Karl  und  alle  seine,  also  hier  entsprechend
dem  spanischen  Staatsrecht  auch  die  weiblichen  1  2 ,  ehelichen
Nachkommen  zediert  :  «  Carolo  eiusque  posteris  ex  legitimo
matrimonio  nascituris,  non  qualitercunque  legitimatis  aut
legitimandis.  »  Die  Zession  war  an  drei  sofort  publizierte
Bedingungen  :  Aufrechthaltung  des  ius  et  ordo  successionis
totius  Domus  und  der  Privilegien  ubiviscuiusque  populi,
zweitens  Vorbehalt  aller  «imperii  iura  in  illas  [sic  !]  provincias,
  quas  praecedentes  reges  Hispaniae  sub  quacunque
qualitate  ab  imperio  acceperunt  et  sub  imperio  possederunt
  »,  drittens  Ratifikation  der  zur  Vindikation  und  dieser
Übertragung  der  spanischen  Monarchie  erfolgten  Konventionen ­
  3 ,  und  an  drei  geheime  Bedingungen  geknüpft.
Die  eine  von  diesen  ist  in  den  zwei  streng  geheimen
Haupturkunden  vom  5.  September  geregelt  4 .
Sie  bezieht  sich  auf  den  Ducatus  Mediolanensis  et  quae
illi  cohaerent  aut  quovis  modo  subiecta  sunt  imperii  feuda,
auf  den  Marchionatus  Finariensis  cum  annexis  feudis  Novelli
  aliisque  und  auf  eorum  dependentiae.  Um  alle  diese
Gebiete,  nicht  auch  um  die  übrigen  italienischen  Reichslehen ­
  wird  Spanien  verringert.  Trotz  der  landesgesetzlich
festgelegten  Unteilbarkeit  Spaniens  behält  sich  der  Kaiser
1  Festschrift,  S.  IX.
2  Eine  ähnliche  Stelle  im  Testament  Leopolds  I.  von  1705  ;
vergl.  Fournier,  Zur  Entstehungsgeschichte  der  Pragmatischen
Sanktion  Kaiser  Karls  VI.,  in  der  «  Historischen  Zeitschrift»,  Bd.
XXXVIII  [1877],  S.  32.
3  Urkunde  vom  12.  September  1703  über  die  öffentliche
Zession.
4  Turba,  Die  Pragmatische  Sanktion,  S.-A.,  S.  7-10,  insbes.
S.  8,  Anm.  14.
            
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