Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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Sollte die Schnellbahn wider Erwarten nicht zur Ausführung 
kommen, so bleibt das für die allgemeine Aufteiluug und ihre Kosten 
ohne jeden Belang. Jedenfalls ist vorausschauend auch für diese Mög 
lichkeit Sorge getragen. Als Breite dieser Bahnstraße würden auf Grund 
sachverständigen Gutachtens 26 in für einen zweispurigen Betrieb ge 
nügen. Die Abtretung einer Straße von 26 in Breite kann aber noch 
bei Bestehen eines Ortsstatnts nach § 15 des Gesetzes vom 2. 7. 1875 
von den betreffenden Anliegern gefordert werden. 
Die Hauptverkehrsstraßen wurden im großen Zuge festgelegt, um 
innerhalb desselben ruhige Wohnquartiere zu erhalten, für die meist ganz 
geringe Straßenbreiten genügen. In den einzelnen Quartieren wurde 
eine Anzahl Sport- und Spielplätze vorgesehen und zwar der Kosten 
ersparnis an Straßenbau halber auf Hinterland ooer an kleinen Neben 
straßen. Von sog. Schmuckplätzen, welche bei Anlage von Bebauungs 
plänen meist vorgesehen waren (mit Ausnahme des oben als minder 
wertig gekennzeichneten Planes) wurde Abstand genommen, da meist 
die Fläche des umschließenden Straßenpflasters größer ist, als die eigent 
liche Grünfläche. 
Das Straßennetz ist so geführt, daß mit einem Minimum von 
Straßen und Straßenbrciten auszukommen ist, im Gegensatz zur bis 
herigen Aufschließungsmethode, bei welcher fast jede zweite oder dritte 
Querstraße überflüssig war. Denn das gesunde Verhältnis eines Bau 
blocks ist nach Jansen, deni Sieger aus dem Wettbewerb Groß-Berlin 
1:3 oder 1:4, nicht, wie die alten Bebauungspläne hiesiger Unter 
nehmer, ebenso wie in den anderen Vororten Berlins angewendet, 1:2 
oder 1:1. Es entsteht durch letzteres Mißverhältnis eine unnütze Ver 
teuerung der Erschließung. 
Die durch diese Reduzierung von Straßenanlagen, Ersparnis an 
Straßenbreite entstandene Kostenersparnis wurde verwertet zur Anlage 
von Grünflächen. Diese sind möglichst zusammenhängend, meist ans 
billigem Hinterland und an vorhandene Erhebungen usw. anschließend an 
geordnet, und zwar radikal von der alten Dorflage aus längs der nörd 
lichen Grenze und in nordöstlicher Richtung, endend im Norden und 
Süden in die dortigen Waldungen. 
Die die Grünstreifen begrenzenden Baublocks sind so geschnitten, 
daß sie nur einseitig bebaut werden. Da die offene Bauweise vorge 
sehen ist, sind Nebengebäude mit häßlichen Brandgiebeln prinzipiell 
ausgeschlossen, besonders an den Grünflächen, von denen sämtliche Gebäude 
genügend abzurücken sind. Das den Westen begrenzende Fließ soll im 
Norden wie im Süden zu einem Teich erweitert werden, um der Kolonie 
einen kleinen Ersatz für die den Nachbargemeinden eigentümlichen Seen. 
zu geben. Die Banblocks erhalten durchschnittlich eine Breite von 100 m,
	        
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