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An 'biß verschiedenen landwirtschaftlichen Verbraucher konnten
in den Monaten August bis Dezember 1917 81 852 kg Benzol
zur Verteilung gelangen. Zur Linderung des großen Bedarfs an
Arbeitspferden wurden den Landwirten des Kreises Ton-
dern 215 Militärpferde leihweise zur Verfügung gestellt. Be
sonders war die Kriegswirtschaftsstclle auch für Hcranschaffung
landwirtschaftlicher Maschinen tätig. Aus den besetzten Ge
bieten und durch den freien Handel konnten der Landwirtschaft
177 Maschinen zugeführt werden. An Hanfbindegarn wurden
1180 kg abgegeben. Die Petroleumverteilung gestaltete
sich angesichts der geringen Überweisung der zuständigen Stellen
äußerst schwierig. Im ganzen wurden dem Kreis von Mitte Sep
tember bis Ende Dezember ungefähr 100 000 Liter zugeteilt. Durch
teilweise Entziehung des Petroleums in Gemeinden mit Gas oder
elektrischem Licht und durch Überweisung der entsprechenden
Mengen an bedürftige Teile des Kreises wurde die Beleuchtungs
not wenigstens einigermaßen behoben. Der dringende Bedarf der
Landwirtschaft awTeer und Zement wurde durch beantragte
und genehmigte Überweisungen seitens der betreffenden Reichs
stellen gemildert. Die Kohlenversorgung ist durch Ein
führung von Kohlcnkarten einer durchgreifenden Regelung unter
zogen. Durch Bestellung auswärtiger Vertreter des Kreises, deren
Tätigkeit in Heranschaffung von Brennmaterialien besteht, sowie
durch eigene Bemühungen der Kriegswirtschaftsstelle konnte eine
wesentliche Besserung der Kohlenversorgung gegenüber dem Vor
jahre erreicht werden. Obwohl die Beschaffung der Kohlen an sich
nach den maßgeblichen Bestimmungen nicht Sache der Kriegs
wirtschaftsstelle ist, hat sie sich zur Beseitigung der bestehenden
Schwierigkeiten dieser mühevollen Aufgabe unterzogen. Durch
den der Kriegswirtschaftsstelle angegliederten Kreis-Arbeits
nachweis wurden im Sommerhalbjahr monatlich durchschnitt
lich 50 Personen beiderlei Geschlechts vermittelt. Die Hilfsdienst-
Meldestelle konnte in den meisten Fällen die angeforderten Militär-
personen durch Hilfsdienstpflichtige ersetzen."
Um die Bemühungen der Kriegswirtschaftsstellen, an Lebens
mitteln und Futtermitteln das aus dem Kreise herauszuholen, was
irgend möglich ist, zu unterstützen, und um die Bevölkerung auf-
zuklären und anzuspornen, hoben die Kreisverwaltungen durchweg
ein Netz von Hilfseinrichtungen geschaffen, die unter
den verschiedensten Bezeichnungen als Unterbau auf diesem Ge
biete ■ dienen. Hierher gehören die „vereideten Kriegs-
h i l f s k o m m i s s i o n e n", die Kommissionen zur Unterstützung