Full text : Das Gemüse in der Kriegswirtschaft

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z  u  verbilligen,  indem  gewisse  Güter  in  die  billigeren
Spczialtarise  eingereiht  oder  auch  neue  Spezialtarife  für  sie  geschaffen ­
  worden  sind,  zweitens  aber  auch  die  BeförderungsLauer ­
  zu  verkürzen,  ohne  daß  die  erhöhte  Gebühr  für  Eilgutsendungen ­
  entrichtet  zu  werden  braucht.  Daß  dies  namentlich
für  die  leichtverderblichen  Gemüse-  und  Obstsendungen  von  besonderer ­
  Bedeutung  ist,  bedarf  keiner  weiteren  Begründung.  Die
Erleichterungen  beziehen  sich  sowohl  auf  den  Wagenladungs-  wie
auf  den  Stückgutverkehr.  Weitere  Erleichterungen  sind  bei  der
Güterannahme  geschaffen  worden,  indem  die  Anlieferungsstunden
  verlängert  worden  sind,  und  anderes  mehr.
Zusammenstellungen  über  die  Frachtermäßigungen  finden  sich
in  der  „Denkschrift  über  wirtschaftliche  Maßnahmen  aus
Anlaß  des  Krieges"  Seite  41  und  in  den  Nachträgen  1  (S.  8),
2  (S.  21),  3  (S.  15),  5  (S.  15),  6  (S.  90),  8  (S.  89),  9  (S.  189)
und  10  (S.  113)  dazu*.
3.  Einschränkungen  der  Freiheit  des  Handels  mit  Gemüse.
Der  Kriegszustand  mit  seinen  tiefgreifenden  Erschütterungen
des  Wirtschaftslebens  legte  einen  großen  Teil  der  Kräfte,  die  in
Handel  und  Gewerbe  tätig  gewesen  waren,  mehr  oder  weniger
brach.  Soweit  diese  Personen  nicht  zu  den  Fahnen  einberufen
wurden  oder  in  der  Kriegswirtschaft  Verwendung  fanden,  suchten
sie  sich  ein  neues  Feld  ihrer  Betätigung.  Die  steigende  Bedeutung,
welche  die  Herstellung  und  der  Vertrieb  'von  Lebensmitteln
gewannen,  und  die  bei  der  zunehmenden  Knappheit  auf  diesem
Gebiete  winkenden  Gewinne  lockten  eine  große  Zahl  beschäftigungslos ­
  gewordener  Personen  an,  sich  auf  die  verschiedenen
Zweige  des  Nahrungsmittelgewerbes,  der  Herstellung  sowohl  wie
des  Handels  mit  Nahrungsmitteln  zu  werfen.  So  kam  es,  daß  insbesondere ­
  auch  in  dem  Handel  mit  Gemüse  und'  Obst  eine  große
Zahl  von  Personen  einen  neuen  Erwerb  suchten,
die  für  diese  Handelszweige  keinerlei  Erfahrungen ­
  und  Kenntnisse  mitbrachten.  Schon  in
Friedenszeiten  war  der  Gemüse-  und  Obsthandel  verhältnismäßig
wenig  organisiert  gewesen.  Neben  dem  soliden  Fachhandel  hatte
es  gerade  auf  diesem  Gebiete  zahlreiche  Personen  gegeben,  die
mehr  oder  weniger  Gelegenheitsgeschäfte  gemacht  hatten.  Das
Erfordernis  verhältnismäßig  geringen  Geschäftskapitals,  der  rasche
*)  Drucksachen  des  Reichstags,  13.  Legislaturperiode,  II.  Session
iyu/17.
            
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