Wein.
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Das Pyknometer wirft in reinem und trocknem Zustande leer gewogen, nachdem
es 1 l i — 1 /, 2 Stunde im Wagenkasten gestanden hat. Daun wird es, gegebenenfalls mit Hilfe
eines fein ausgezogenen Glookentriohtere (Pig. 294), bis über die Marke mit destilliertem
Wasser gefüllt und in ein Wasserbad von 15° gestellt. Nach halbstündigem Stehen in dem
Wasserbade wird das Pyknometer herausgehobeu, wobei man nur den oberen leeren Teil
des Halses aufaßt, und die Oberfläche des Wassers auf die Marke einstellt. Letzteres ge
schieht durch Eintauchen kleiner Stäbchen oder Streifen aus Piltrierpapier, welche das über
der Marke stehende Wasser aufsaugen. Die Oberfläche des Wassers bildet in dem Halse
des Pyknometers eine nach unten gekrümmte
Fläche; man stellt die Flüssigkeit iu dem Pykno
meterhalse am besten in der Weise ein, daß bei
durchfallendem Lichte der schwarze Rand der ge
krümmten Oberfläche die Pyknometermarke eben
berührt. Nachdem man den inneren Hals des
Pyknometers mit Stäbchen aus Piltrierpapier ge
reinigt hat, setzt man den Stopfen auf, trocknet das
Pyknometer äußerlich ab, stellt es 1 / 2 Stunde in
den Wagenkasten uud wägt. Die Bestimmung des
Wasserinhaltes des Pyknometers ist dreimal aus
zuführen und aus den drei Wägungen das Mittel
zu nehmen.
Nachdem man das Pyknometer entleert und
getrocknet oder mehrmals mit dem zu unter
suchenden Weine ausgespült hat, füllt man es mit
dem Weiue und verfährt genau in derselben Weise
wie hei der Bestimmung des Wasserinhaltes des
Pyknometers; besonders ist darauf zu achten, daß
die Einstellung der Plüssigkeitsoberfläche stets in
derselben Weise geschieht.
Die Berechnung des spezifischen Gewichtes geschieht nach folgender Formel;
Bedeutet; a das Gewicht des leeren Pyknometers,
b das Gewicht des bis zur Marke mit Wasser gefüllten Pyknometers,
c das Gewicht des bis zur Marke mit Wein gefüllten Pyknometers,
so ist das spezifische Gewicht s des Weines bei 15°, bezogen auf Wasser von derselben
Temperatur:
c — a
Der Nenner dieses Ausdrucks, das Gewicht des Wasserinhaltes des Pyknometers ist
bei allen Bestimmungen mit demselben Pyknometer gleich; wenn das Pyknometer indes
längere Zeit in Gebrauch gewesen ist, müssen die Gewichte des leeren und des mit Wasser
gefüllten Pyknometers von neuem bestimmt werden, da sich diese Gewichte mit der Zeit
nicht unerheblich ändern können.
Anmerkung. Die Berechnung wird wesentlich erleichtert, wenn man ein Pykno
meter anwendet, welches bis zur Marke genau 50 g Wasser faßt. Das Auswägen des
Pyknometers geschieht in folgender Weise: Mau bestimmt das Gewicht des Pyknometers
in leerem, reinem und trocknem Zustande, wägt dann genau 50 g Wasser ein, stellt das
Pyknometer 1 Stunde in ein Wasserhad von 15° und ritzt an der Oberfläche der Flüssig
keit im Pyknometerhalse eine Marke ein. Das Auswägen des Pyknometers muß stets von
dem Chemiker selbst ausgeführt werden. Bei Anwendung eines genau 50 g Wasser
fassenden Pyknometers ist in -der oben gegebenen Formel b — a == 50 und s = 0,02 (c — a).
2. Bestimmung des Alkohols. Der zum Zweck der Bestimmung des spezifischen
Gewichtes (No. 1) im Pyknometer enthaltene Wein wird in einen Destillierkolben von
160—200 ccm Inhalt übergeführt und das Pyknometer dreimal mit wenig Wasser nachgespült.
Man gibt zur Verhinderung etwaigen Schäumens ein wenig Tannin in den Kolben und
verbindet diesen durch Gummistopfen und Kugelröhre mit einem Liebigsohen Kühler; als