Wirtschaft und Steuerpolitik, 281
produktiver arbeiten, Arbeitsmöglichkeiten aufrechterhalten und neue
schaffen sowie auch Steuern zahlen können, Durch zu hohe öffent-
liche Abgaben wächst die Verschuldung an das Ausland stark an. Die
Rückzahlung und Verzinsung dieser Beträge wird immer schwieriger.
Was an Zinsen an das Ausland zu zahlen ist, geht der deutschen
Produktion, dem inneren Konsum, verloren, auch dem Steuerfiskus,
Wieviel weniger Zinsen brauchten wir an das Ausland zu zahlen, wenn
die zuviel weggesteuerten Milliardenbeträge der Wirtschaft geblieben
wären, die dafür nun teures Geld hereinnehmen muß, Wenn die
öffentlichen Kassen zuviel inländisches Kapital in Anspruch nehmen,
müssen auch die Zinssätze im Inlande so hoch steigen, wie es jetzt der
Fall ist, Die Rentabilität der gesamten Produktion wird entsprechend
herabgemindert, Die Preise müssen steigen, entsprechend der Ver-
teuerung des Betriebskapitals. Die Politiker, die so starke öffentliche
Lasten auf die Wirtschaft legen und sich mit ihren Wählern freuen, daß
diese Wirtschaft ordentlich herangeholt wird, sollten bedenken, daß
das auf sie selbst zurückfällt: Rückgang der Wirtschaft, Rückgang der
Arbeits- und Verdienstmöglichkeit und der Kaufkraft,
Das Wohlergehen des gesamten deutschen Volkes wird bedingt
durch ein richtiges Verhältnis von „Steuern und Wirtschaft‘. Ein ge-
sundes Staatsleben kann nur bestehen bei gesunder Wirtschaft, Auf-
geblähte öffentliche Abgaben zerstören die Grundlagen der Privat-
wirtschaften im weitesten Sinne, der öffentlichen Finanzen und des
öffentlichen Lebens, Mögen die verantwortlichen Führer, mögen auch
die breitesten Kreise des deutschen Volkes alles das rechtzeitig er-
kennen, damit nicht erst die äußerste Not diesen Weg ebnet oder es
sogar dahin kommt, daß ausländische Macht und Finanzdiktatur uns
diesen Weg vorschreibt, was das Ende eines eigenen Staatslebens be-
deuten würde.