fullscreen: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Kola zum eisfreien Katharinenhafen (Jekaterinskij Port), dem Vorgänger 
des durch Wittes Initiative (1894) ins Leben gerufenen benachbarten 
Alexandroswk im Auge 1 ), ein Plan, der später wieder auf tauchte und 
der nun, zum Teil durch die Gründung der Olonezgesellschaft, ver 
wirklicht wird. Es rächt sich jetzt, daß die Rüssen diesen Bahnbau 
immer wieder äufschoben: durch eine fast unglaublich erscheinende 
Schnelligkeit will man retten, was noch zu retten ist. Die in Swanka 
an der Bahn Petersburg—-Wologda beginnende Privatbahn hoffte man 
noch im Herbst 1915 bis Petrosawodsk fertigstellen zu können. Zu 
gleicher Zeit sollte aber auch schon die in den ersten Tagen des Januar 1915 
vom Ministerrat mit möglichster Beschleunigung beschlossene Bahn 
von Petrosawodsk zur Sorozkajabucht und nach Kern zum regelmäßigen 
Betriebe fertig werden. Schwierigere Brücken bauten sollen im Jahre 1916 
vollendet sein. In der gleichen Pebruarsitzung, in der die Bahn zum 
Seehafen von Archangelsk verordnet wurde, fand auch das Nordbahn 
projekt seinen Abschluß. Die Vorarbeiten zum Bahnbau von Kem 
über Kandalakscha nach Kola wurden bewilligt, und im Juni wurden 
dem Verkehrsminister vom Ministerrat die Baukosten bereitgesteilt. 
Daran anschließend soll auch das Schlußstück von Kola nach Alexan- 
drowsk, mit dem Katharinenhafen dem einzigen wirklich eisfreien Hafen 
an der russischen Nordküste, gebaut werden 2 ). Der ebenfalls zu Beginn 
des Jahres 1915 erörterte Plan, von Rovaniemi aus eine Bahn an der 
Ostseite des Enaresees entlang nach Alexandrowsk zu bauen, die sonach 
überwiegend auf finnischem Boden anzülegen und auch wohl den finni 
schen Staatsbahnen anzugliedem wäre 3 ), hat jetzt wohl keine Aussicht 
auf Erfolg mehr. 
Aber alle diese Pläne müssen noch ausgeführt werden. Die Not, 
in der Rußland durch die Eisblockade seines Hafens Archangelsk sich 
9 Petermanns Mitteil. 1869 S. 106. 
2 ) Die Bedeutung von Alexandrowsk, das nach seiner Entdeckung bald wieder 
halb vergessen wurde, beweist auch die im März 1915 geschehene Vollendung eines 
Telegraphenkabels nach Peterhead an der Ostküste Schottlands, über das der 
gesamte englisch-russische Telegraphenverkehr geleitet wird. — Angeblich sollte 
die Bahn, sogar als zweigeieisige Anlage, nach englischen und russischen Nach 
richten bereits im Oktober 1915 vollendet worden sein. Unter der Leitung amerika 
nischer Ingenieure sollen 10 000 Mann, meist Kriegsgefangene, beschäftigt ge 
wesen sein. Die aus politischen Gründen verbreitete und mit großer Bestimmtheit 
auftretende Meldung war indes durchaus falsch. Es steht nur fest, daß die Olonez- 
bahn über Petrosawodsk hinaus im Oktober gediehen war, fraglich’ aber ist, ob 
damals bereits die Sorozkajabai oder gar Kem erreicht war. Die Fertigstellung 
der über die Halbinsel Kola gestreckten Trasse Kandalakscha—Alexandrowsk ist 
wahrscheinlich, wurde aber auch bestritten. Dagegen ist sicher, .daß die schwierigste 
Strecke, das Mittelstück Kem—Kandalakscha, überhaupt kaum in Angriff 
genommen ist, so daß es noch einer längeren Zeit, vielleicht noch Jahre, bedarf, 
ehe die Bahn von Petersburg über Petrosawodsk das Eismeer erreicht. 
3 ) Auch dieser Plan tauchte schon 1893 auf. 
Tuckermann, Verkehrsgeographie. 
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