fullscreen: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Interessant ist die Lage des Platzes Münden. Der Werder 
zwischen den Flüssen ist für den alten Umschlag vor der Eisenbahn 
ideal gelegen und würde, wenn die Stadt im Westen Amerikas ent 
standen wäre, wohl kaum der Stadtplatz geworden sein. 
Greisere Veränderungen sind mit dem Wasserstrafsennetz unserer 
Gegenden nicht vorgenommen worden. Man hoffte mit den Kanälen, 
die zwischen Hamme, Oste und Schwinge angelegt worden sind, 
auch Handelsgüter befördern zu können, innerhalb des damaligen 
primitiven Verkehrs; sie haben aber nur landwirtschaftlichen Zwecken 
und namentlich dem regen Torfverkehr 1 ) gedient, während der Handels- 
*) Zu den früheren Verhältnissen, die ich hier nicht zu erörtern brauche, 
liegen Akten bei denen der Eichenschiffer unter der Bezeichnung Moorfahrer 
im Staatsarchiv und im Archiv der Handelskammer. Es gab auch eine Brüder 
schaft der nach dem Moor fahrenden Eichenschiffer (Br. Staatsarchiv). Auch 
die kundige Rolle regelt den Handel mit Torf, den die Schiffer im Moore auf- 
holen. Die planmäfsige Moorkultur und Besiedlung hat im Bremischen seit 
Mitte des achtzehnten Jahrhunderts eingesetzt. Älter ist eine Randsiedlung 
noch ohne Kanalsystem. Der Torfverkehr nach unserer Seite scheidet sich 
heute in den, der auf Hamme und Lesum teilweise auf besser ausgestatteten 
Boten der Moorbauern und z. T. auf an der Hamme (Holtstäe bei Osterholz) 
beladenen Böcken und Kähnen auf die Weser nach verschiedenen Orten übergeht, 
und den direkten Verkehr nach Bremen durch die Kanäle, Der grofse Kanalverkehr 
nach Bremen, heute der wichtigste, ist neuesten Datums. Der Chausseeverkehr 
aus dem Moore ist heute gering. Eine Randausnutzung durch Landfuhren ist 
ebenfalls alt. 1765 erreichten die Wörpeanbauer die Regelung ihres Verkehrs 
durch den Kuhgraben, der 1797 Hafen und Bollwerk an der Sohleifmühle 
erhielt. Sie versorgten im Anfang des 19. Jahrhunderts namentlich denkleinen 
Mann, während der Hauptverkehr nach wie vor an der Schlachte bezw. an der 
kleinen Weser, am Neustadtsdeich vor der Häschenstrafse sich vollzog. 
Durch den 1817 ausgebauten neuen Torfkanal, dessen Endpunkt bezw. Hafen 
1847 vom Breitenweg hinter den Bahnhof und die Gasanstalt, 1873 an die 
Neukirchstrafse hinter die Hamburger Bahn verlegt wurde, erhielten die nach 
der Hamme zu angesetzten Mooranbauer einen speziell für sie geschaffenen 
Weg nach Bremen. 1869 wurde an Stelle der am Ende des 18. Jahrhunderts 
gelegten alten Semkenfahrt nach der Hamme die neue Semkenfahrt nach dem 
Torfkanal gebaut. Der Kuhgraben oder alte Torfkanal erhielt 1875 eine Quer 
verbindung nach dem neuen Torfkanal, seine Fortsetzung nach der Schleifmühle 
wurde damals und 1891 zugeschüttet. Aufserdem hat noch das alte Waller 
Fleet dem Torfverkehr gedient, bezw. dient ihm auch heute. Der Torfverkehr 
nach Bremen ist dadurch ein direkter Verkehr der produzierenden Mooranbauer 
geworden. Die Bremer Schiffer und der alte Zwischenhandel wurden mit dem 
Weg über Lesum und Weser für Bremen ausgeschaltet. Bei der Besiedlung 
hat auch das temporäre Wandern und Hollandsgehen der Bevölkerung 
mitgewirkt. Fr. Buchenau, Diö fr. Hansestadt Bremen, 1900, S. 36, 37, 
72 ff., 371; J. Öltjen, in Bremen und s. Bauten, 1900, S. 611 ff.; Sammlung 
versch. Verordn., welche in Hdlgs.- etc. Sachen d. fr. Reichs-Stadt Bremen
	        
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