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Abmachungen getroffen waren 1 ), gute Aussichten. In den neueren
Küstenkanalerörterungen wollte man die Ems kanalisieren, von
Neudörpen her über Kampe an die Route, die Oldenburg nach der
unteren Ems Leer—Emden geführt hatte, anschliefsen. Es kam
aber nur der Dortmund—Ems-Kanal zur Ausführung.
An die Stelle der alten Lippe-Verbindung mit dem Rhein hat
sich die Emschertallinie, die die wichtigste Montangegend für den
heutigen Ausbau darstellt und auch für Holland ungünstiger liegt,
geschoben. Doch ist neuerdings wieder vom Landtag auch die
Lippekanalisierung hinzugefügt worden.
Der Mittellandkanal wird bekanntlich wegen der Gegenden, die
von ihm eine relative oder absolute Herabsetzung ihrer Position
befürchten, nur als Torso bis Hannover in nicht allzuferner Zeit zur
Ausführung kommen 2 ).
*) S. a. D, Rein hold und J. Oltmanns, Der deutsche Handelskanal,
1817, S. 22 ff. Friedrich der Grofse versprach bereits die Schiffbarmachung
der Ems nach Westfalen (Schwabe, Die Entwicklung der deutschen Binnen
schiffahrt, Verbandsschriften des Dentsch-Österreich-Ungarischen Verbandes für
Binnenschiffahrt, Nr. XLIV, Berlin 1899, S. 35; B. C., Zur Eröffnung des See
hafens in Emden, Zeitschrift für Binnenschiffahrt, VIII. Jahrg. 1901, S. 389.)
2 ) Interessante Ausführungen zu der Hauptfrage, dem Widerstand der
Landwirte bezw. der preufsischen Abgeordneten der vorwiegend agrarischen
Gegenden, die derzeit den Zustand der alten extensiven Wirtschaft, rein
lokale Erzeugung und Verbrauch für die deutsche Landwirtschaft innerhalb
der modernen Wirtschaft begünstigen, statt etwa durch angemessenen Zoll
schutz die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Landwirtschaft gegen die aus
ländische zu verbürgen, innerhalb Deutschlands ihr aber einen modernen ein
heitlichen Markt durch billigst gehall ene Verkehrsmittel herzustellen, der den
Osten zur Versorgung des Westens befähigen wmrde, gibt der langjährige Führer
der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Max von Eyth in seinem Vortrag
Binnenschiffahrt und Landwirtschaft, der als Nr. XLIII der Verbandsschriften
des Deutsch-Österreioh-Dngarischen Verbandes für Binnenschiffahrt, Berlin 1899
im Druck erschienen ist. Er streift auch die Widerstände derjenigen preufsischen
Montangegenden, die sich einen provinziell oder lokal abgegrenzten Mark,
gegenüber der westfälischen Konkurrenz erhalten wollen, und Hamburgs, das
befürchtet, dafs der Mittellandkanal Bremen greisere Vorteile bringen werde
als Hamburg. Als Stütze der Hamburger Anschauung ist namentlich betont, dafs
die Oberelbe oberhalb des Travekanals den Standard des 600 tons-Schiffes nicht
jederzeit halte, wie das der Kanal und der Mittelweserausbau von Bremen tun
würden, so dafs eine Verbindung nicht eintreten dürfe. Auch meint man, dafs
der Umschlag zwischen 600 tons- und 400 tons-Boot in Berlin bzw. teilweis
Magdeburg, geeignet sei, die Verbindung Hannover—Magdeburg zu paralysieren.
Nach dem Projekt von 1905 werden 600 tons-Schiffe auf der Weser bis Minden
bzw. Hameln ein Viertel des Jahres voll beladen, ein Viertel des Jahres zu drei
Viertel beladen, die Hälfte des Jahres zu drei Fünftel beladen verkehren können.